Hei­ße Spiel­höl­le

Auch in einer Spiel­höl­le darf es nicht zu heiß sein.

Hei­ße Spiel­höl­le

In einem aktu­el­len Urteil hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm den Ver­mie­ter einer Spiel­hal­le dazu ver­ur­teilt, in den Auto­ma­ten­räu­men dafür zu sor­gen, dass bei einer Außen­tem­pe­ra­tur bis zu 32 Grad die Innen­tem­pe­ra­tur regel­mä­ßig 26 Grad nicht über­steigt und bei höhe­ren Außen­tem­pe­ra­tu­ren die Innen­tem­pe­ra­tur regel­mä­ßig min­des­tens sechs Grad unter der Außen­tem­pe­ra­tur liegt. Das Gericht in Hamm hat damit die Beru­fung des Ver­mie­ters gegen eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts Det­mold im Wesent­li­chen zurück­ge­wie­sen und der Kla­ge des Mie­ters über­wie­gend statt­ge­ge­ben.

Zur Begrün­dung hat der Miet­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts aus­ge­führt:
Auch eine über­höh­te Raum­tem­pe­ra­tur kann einen Man­gel bei ver­mie­te­ten Gewer­be­räu­men dar­stel­len, den der Ver­mie­ter besei­ti­gen muss. Gewerb­lich gemie­te­te Räu­me müs­sen so beschaf­fen sein, dass dar­in die nach dem Ver­trag vor­ge­se­he­ne Nut­zung in zuläs­si­ger Wei­se aus­ge­übt wer­den kann. Danach müs­sen in den Räu­men Arbeit­neh­mer unter zuträg­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen beschäf­tigt wer­den kön­nen. Zuträg­li­che Arbeits­be­din­gun­gen set­zen auch die Behag­lich­keit des ther­mi­schen Raum­kli­mas in akzep­ta­blen Gren­zen vor­aus. Eine fes­te Tem­pe­ra­tur­gren­ze für die­se Behag­lich­keit ist im Miet­recht gesetz­lich nicht vor­ge­schrie­ben. Zur Bestim­mung der noch akzep­ta­blen Gren­zen kann hier­bei nach Auf­fas­sung des Gerichts ein­mal auf die Bestim­mun­gen der Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung zurück­ge­grif­fen wer­den, wonach die Luft­tem­pe­ra­tur in Arbeits­räu­men 26 Grad in der Regel nicht über­schrei­ten soll. Nach der ergän­zend anzu­wen­den­den DIN 1946 – 2 soll zudem der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied zwi­schen Außen­luft und Raum­luft maxi­mal sechs Grad betra­gen, um einen "Käl­te­schock" für Per­so­nen zu ver­mei­den, die einen gekühl­ten Raum ver­las­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 28.02.2007 – 30 U 131/​06