Her­aus­ga­be­kla­gen – und die Frist­be­stim­mung

§ 510b ZPO fin­det nur Anwen­dung auf Anträ­ge, die auf die Vor­nah­me einer Hand­lung gerich­tet sind. Bei Her­aus­ga­be­an­sprü­chen rich­tet sich die Zuläs­sig­keit einer Frist­set­zung nach § 255 ZPO; ein zugleich gestell­ter Antrag auf Zah­lung von Scha­dens­er­satz unter der auf­lö­sen­den Bedin­gung des frucht­lo­sen Frist­ab­laufs ist – anders als in dem Ver­fah­ren nach § 510b ZPO – nur unter den zusätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 259 ZPO zuläs­sig.

Her­aus­ga­be­kla­gen – und die Frist­be­stim­mung

§ 510b ZPO Vor­schrift zufol­ge kann der Beklag­te, der zur Vor­nah­me einer Hand­lung ver­ur­teilt wird, auf Antrag des Klä­gers zugleich zur Zah­lung einer Ent­schä­di­gung für den Fall, dass die Hand­lung nicht bin­nen einer zu bestim­men­den Frist vor­ge­nom­men ist, ver­ur­teilt wer­den. § 510b ZPO fin­det nur Anwen­dung auf Anträ­ge, die auf die Vor­nah­me einer Hand­lung gerich­tet sind, also gemäß §§ 887, 888 ZPO voll­streckt wer­den. Dies ergibt sich nicht nur aus dem ein­deu­ti­gen Wort­laut von § 510b ZPO, son­dern auch aus § 888a ZPO 1.

Bei Her­aus­ga­be­an­sprü­chen, die gemäß §§ 883 bis 885 ZPO voll­streckt wer­den, rich­tet sich die Zuläs­sig­keit einer Frist­set­zung nach § 255 ZPO. Ein zugleich gestell­ter Antrag auf Zah­lung von Scha­dens­er­satz unter der auf­lö­sen­den Bedin­gung des frucht­lo­sen Frist­ab­laufs ist – anders als in dem Ver­fah­ren nach § 510b ZPO – nur unter den zusätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 259 ZPO zuläs­sig 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Sep­tem­ber 2017 – V ZB 63/​16

  1. Zöller/​Herget, ZPO, 31. Aufl., § 510b Rn. 2[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 18.03.2016 – V ZR 89/​15, BGHZ 209, 270 Rn. 23 aE; BGH, Urteil vom 14.12 1998 – II ZR 330/​97, NJW 1999, 954, 955 zu § 283 BGB aF; irre­füh­rend inso­weit Zöller/​Herget, ZPO, 31. Aufl., § 3 Rn. 16 Stich­wor­te "Her­aus­ga­be­kla­gen" unter "Schlüs­sel" sowie "Scha­dens­er­satz" und § 5 Rn. 8 aE[]