Indi­vi­dua­li­sie­rung des Klageanspruchs

Für eine Indi­vi­dua­li­sie­rung des Kla­ge­an­spruchs im Sin­ne von § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO kommt es nicht dar­auf an, ob der maß­ge­ben­de Lebens­sach­ver­halt bereits in der Kla­ge­schrift voll­stän­dig beschrie­ben oder der Kla­ge­an­spruch schlüs­sig und sub­stan­ti­iert dar­ge­legt wor­den ist.

Indi­vi­dua­li­sie­rung des Klageanspruchs

Viel­mehr ist es im All­ge­mei­nen aus­rei­chend, wenn der Anspruch als sol­cher iden­ti­fi­zier­bar ist, indem er durch sei­ne Kenn­zeich­nung von ande­ren Ansprü­chen so unter­schie­den und abge­grenzt wird, dass er Grund­la­ge eines der mate­ri­el­len Rechts­kraft fähi­gen Voll­stre­ckungs­ti­tels sein kann1.

Dabei genügt eine kon­kre­te Bezug­nah­me auf der Kla­ge­schrift bei­gefüg­te Anla­gen2.

Die­sen Vor­aus­set­zun­gen ent­spricht im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die Dar­le­gung des Klä­gers zu dem der Kla­ge zugrun­de­lie­gen­den tat­säch­li­chen Gesche­hen. Der Klä­ger hat eine spä­ter aktua­li­sier­te For­de­rungs­auf­stel­lung vor­ge­legt, die durch Kenn­zeich­nung der For­de­run­gen mit lau­fen­der Num­mer, Gläu­bi­ger und Betrag auf die For­de­rungs­an­mel­dun­gen nach § 174 Abs. 1 und Abs. 2 InsO im Insol­venz­ver­fah­ren Bezug nimmt. Damit ist eine Zuord­nung der ein­zel­nen For­de­rungs­be­trä­ge erfolgt, die den Kla­ge­ge­gen­stand auch im Hin­blick auf die mate­ri­el­le Rechts­kraft (§ 322 Abs. 1 ZPO) eines spä­te­ren Urteils in die­ser Sache aus­rei­chend indi­vi­dua­li­siert3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Juli 2020 – II ZR 175/​19

  1. BGH, Urteil vom 16.11.2016 – VIII ZR 297/​15, MDR 2017, 295 Rn. 12 mwN; Urteil vom 25.06.2020 – IX ZR 47/​19 22[]
  2. BGH, Urteil vom 17.03.2016 – III ZR 200/​15, WM 2016, 2136 Rn.19 mwN[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 16.11.2016 – VIII ZR 297/​15, MDR 2017, 295 Rn. 14[]