Insol­venz­an­fech­tung gegen den Rechts­nach­fol­ger

§ 145 Abs. 2 Nr. 3 InsO ent­hält eine abschlie­ßen­de spe­zi­al­ge­setz­li­che Rege­lung, neben der § 822 BGB nicht anwend­bar ist.

Insol­venz­an­fech­tung gegen den Rechts­nach­fol­ger

Die Gel­tend­ma­chung der Anfecht­bar­keit gegen­über einem Rechts­nach­fol­ger des­je­ni­gen, dem das anfecht­bar Erlang­te unent­gelt­lich zuge­wen­det wor­den ist (§ 134 InsO), ist in § 145 Abs. 2 Nr. 3 InsO spe­zi­al­ge­setz­lich abschlie­ßend gere­gelt. § 822 BGB ist dane­ben nicht anwend­bar. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, die von der ganz herr­schen­den Mei­nung geteilt wird, kommt eine Anfech­tung gegen­über einem „Rechts­nach­fol­ger“ nicht in Betracht, wenn die Rück­ge­währ des anfecht­bar über­tra­ge­nen Gegen­stan­des in Natur vor Ein­tritt der Rechts­nach­fol­ge unmög­lich gewor­den ist, wie etwa bei einer anfecht­ba­ren Geld­über­wei­sung [1]. Für eine Über­prü­fung der Recht­spre­chung, nach der § 145 InsO auf Geld­sum­men­schul­den nicht anwend­bar ist, besteht für den Bun­des­ge­richts­hof kein Anlass.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Juni 2012 – IX ZR 98/​11

  1. vgl. BGH, Urteil vom 24.06.2003 – IX ZR 228/​02, BGHZ 155, 199, 204 f; vom 09.10.2008 – IX ZR 59/​07, ZIn­sO 2008, 1202 Rn. 11 mwN; Jaeger/​Henckel, InsO, § 145 Rn. 8; HK-InsO/K­reft, 6. Aufl., § 145 Rn. 8; Graf Schli­cker-Huber, InsO, 2. Aufl. § 145 Rn. 7; Brink­mann in Kübler/​Prütting/​Bork, InsO 2008, § 145 Rn. 6[]