Insol­venz­ta­bel­le – und die Anmel­dung einer frem­den For­de­rung

Die Anmel­dung einer frem­den For­de­rung im eige­nen Namen eines Drit­ten ist unwirk­sam. Die­ser Man­gel kann nur durch eine Neu­an­mel­dung beho­ben wer­den.

Insol­venz­ta­bel­le – und die Anmel­dung einer frem­den For­de­rung

Eine wirk­sa­me Anmel­dung der For­de­rung zur Insol­venz­ta­bel­le ist Vor­aus­set­zung dafür, dass der Anspruch nach § 302 Nr. 1 InsO aF von der Rest­schuld­be­frei­ung aus­ge­nom­men wer­den kann 1. Gemäß § 302 Nr. 1 InsO aF wer­den Ver­bind­lich­kei­ten aus einer vor­sätz­lich began­ge­nen uner­laub­ten Hand­lung nur dann von der Rest­schuld­be­frei­ung aus­ge­nom­men, wenn der Gläu­bi­ger die ent­spre­chen­de For­de­rung unter Anga­be des Rechts­grun­des nach § 174 Abs. 2 InsO ange­mel­det hat­te.

Eine Abtre­tungs­er­klä­rung des Gläu­bi­gers ist uner­heb­lich, wenn sie erst nach der Anmel­dung erfolg­te.

Es ist zwar nicht erfor­der­lich, dass die tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen eines Anspruchs aus einer vor­sätz­lich began­ge­nen uner­laub­ten Hand­lung mit der Anmel­dung zur Insol­venz­ta­bel­le schlüs­sig dar­ge­legt wer­den 2. Jedoch muss der Gläu­bi­ger den Anspruch anmel­den; eine Anmel­dung einer frem­den For­de­rung im eige­nen Namen eines Drit­ten sieht die Insol­venz­ord­nung nicht vor 3. Eine sol­che For­de­rungs­an­mel­dung ent­spricht nicht den Anfor­de­run­gen des § 174 InsO, wonach Insol­venz­gläu­bi­ger ihre (eige­nen) For­de­run­gen anzu­mel­den haben, und ist daher unwirk­sam. Die­ser Man­gel kann nur durch eine Neu­an­mel­dung beho­ben wer­den 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. März 2016 – IX ZB 65/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.01.2014 – IX ZR 103/​13, WM 2014, 270 Rn. 9[]
  2. BGH, Urteil vom 09.01.2014 – IX ZR 103/​13, WM 2014, 270 Rn. 8[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 22.01.2009 – IX ZR 3/​08, WM 2009, 468 Rn. 10[]
  4. BGH, Urteil vom 22.01.2009, aaO Rn. 17 mwN[]