Inter­net­be­trü­ge­rei­en und Scha­dens­er­satz wegen Geld­wä­sche

Wer sein Bank­kon­to leicht­fer­tig für die Abwick­lung betrü­ge­ri­scher Inter­net­ge­schäf­te zur Ver­fü­gung stellt, ist den durch den Betrug Geschä­dig­ten zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet.

Inter­net­be­trü­ge­rei­en und Scha­dens­er­satz wegen Geld­wä­sche

In dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall bestell­te der Klä­ger über das Inter­net eine Digi­tal­ka­me­ra, die vom Ver­käu­fer nicht gelie­fert wur­de. Den Kauf­preis von 295,90 € hat­te er, wie vom Ver­käu­fer gefor­dert, vor­ab auf das Kon­to der Beklag­ten über­wie­sen. Die­se hat­te über das Inter­net die Online­zu­gangs­be­rech­ti­gung für ihr Giro­kon­to gegen ein Ent­gelt von 400 € monat­lich einer ihr unbe­kann­ten Per­son offen­bart und die­ser die dau­er­haf­te Nut­zung des Kon­tos ein­ge­räumt.

Bei dem Ver­käu­fer han­del­te es sich um einen – wie sich her­aus­stell­te – fik­ti­ven Online-Shop, der über das Kon­to der Beklag­ten betrü­ge­ri­sche Geschäf­te abwi­ckel­te. Ins­ge­samt lie­fen inner­halb kur­zer Zeit 51.000 € über das Kon­to der Beklag­ten. Die Beklag­te wur­de wegen leicht­fer­ti­ger Geld­wä­sche gemäß § 261 Abs. 1 und 5 StGB ver­ur­teilt (Vor­tat: gewerbs­mä­ßi­ger Betrug gemäß § 263 StGB).

Die auf Rück­zah­lung des auf das Kon­to der Beklag­ten über­wie­se­nen Kauf­prei­ses nebst Zin­sen und Erstat­tung vor­ge­richt­li­cher Rechts­an­walts­kos­ten gerich­te­te Kla­ge hat in den Vor­in­stan­zen vor dem Amts­ge­richt Hoyers­wer­da und dem Land­ge­richt Baut­zen Erfolg gehabt 1. Die vom Land­ge­richt Baut­zen zuge­las­se­ne Revi­si­on der Beklag­ten blieb nun auch vor dem Bun­des­ge­richts­hof ohne Erfolg:

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, dass dem Klä­ger ein Scha­dens­er­satz­an­spruch gemäß § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 261 Abs. 1, 2 und 5 StGB wegen der von der Beklag­ten began­ge­nen leicht­fer­ti­gen Geld­wä­sche zusteht. Denn der Straf­tat­be­stand der Geld­wä­sche bezweckt auch den Schutz des Ver­mö­gens der durch die Vor­tat – hier: den gewerbs­mä­ßi­gen Betrug – Geschä­dig­ten und ist daher ein Schutz­ge­setz im Sin­ne des § 823 Abs. 2 BGB, so dass die Beklag­te dem Klä­ger den ihm ent­stan­de­nen Scha­den zu erset­zen hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2012 – VIII ZR 302/​11

  1. AG Hoyers­wer­da, Urteil vom 30.12.2010 – 1 C 322/​10; LG Baut­zen, Urteil vom 14.10.2011- 1 S 23/​11[]