Johan­nis­feu­er

Die lie­be Nach­bar­schaft. Doch gegen lang gepfleg­te Tra­di­tio­nen ist auch sie macht­los, manch­mal zumin­dest.

Johan­nis­feu­er

So etwa in einem Fall des Land­ge­richts Coburg, in dem zwei Nach­barn die Ver­an­stal­tung eines Johan­nis­feu­ers wegen zu gro­ßer Lärm‑, Rauch- und Qualm­be­läs­ti­gung ver­bie­ten las­sen woll­ten. Doch das Land­ge­richt ent­schied anders: Die­ses jähr­lich ein­ma­li­ge his­to­ri­sche und kul­tu­rel­le Ereig­nis sei von gro­ßer kom­mu­na­ler Bedeu­tung. Das Inter­es­se der Dorf­ge­mein­schaft, die John­nis­fei­er samt Feu­er durch­zu­füh­ren, über­wie­ge das nach­bar­schaft­li­che Schutz­be­dürf­nis. Vor­über­ge­hen­de Unan­nehm­lich­kei­ten wie Rauch und Lärm sei­en daher hin­zu­neh­men. Auch das Argu­ment, von dem Feu­er gehe eine Brand­ge­fahr für das Nach­bar­haus aus, ließ das Gericht nicht gel­ten: Zur Vor­beu­gung einer Brand­ge­fahr ste­he, so das Land­ge­richt Coburg, die Feu­er­wehr bereit.
Schön, daß auch Gerich­te immer wie­der mit gesun­dem Men­schen­ver­stand urtei­len.

(Land­ge­richt Coburg, Beschluss vom 23. Juni 2005, Az: 41 T 89/​05)