Kein Rot­licht in der Wohn­an­la­ge

Wer in einer Woh­nungs­ei­gen­tumsan­la­ge Sex gegen Geld anbie­tet, stört dadurch das Eigen­tum sei­ner Woh­nungs­nach­barn. Das hat jetzt das Pfäl­zi­sche Ober­lan­des­ge­richt Zwei­brü­cken ent­schie­den und damit die Auf­fas­sun­gen der bei­den Vor­in­stan­zen bestä­tigt.

Kein Rot­licht in der Wohn­an­la­ge

Bereits das Land­ge­richt hat­te fest­ge­stellt: Auch wenn die Aus­übung der Pro­sti­tu­ti­on in der Woh­nung dis­kret erfol­ge, spre­che sie sich unter den Mit­be­woh­nern und der Nach­bar­schaft, unter Mak­lern, Woh­nungs­in­ter­es­sen­ten und Kapi­tal­an­le­gern erfah­run­ge­mäß schnell her­um. Sei die Woh­nungs­ei­gen­tumsan­la­ge erst ein­mal in Ver­ruf, wir­ke sich dies schnell auf die Ver­miet­bar­keit und Ver­käuf­lich­keit der ande­ren Woh­nun­gen nega­tiv aus. Dies brau­che eine Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft nicht hin­zu­neh­men.

Im kon­kre­ten Fall ging es um eine aus mehr als 150 Appar­te­ments bestehen­de Wohn­an­la­ge in Kai­sers­lau­tern. In einer die­ser Woh­nun­gen wur­de über das Inter­net u.a. „Haus­frau­en­sex” ange­bo­ten. Dass die rest­li­chen Appar­te­ments vor­nehm­lich an Stu­den­ten und damit über­wie­gend jun­ge Men­schen für einen vor­über­ge­hen­den Zeit­raum vermie­tet wer­den, hat zu kei­ner ande­ren Sicht der Din­ge geführt. Damit steht rechts­kräf­tig fest: Der Betrei­ber muss das Bor­dell nun schlie­ßen.

Pfäl­zi­sches Ober­lan­des­ge­richt, Beschluss vom 18. Janu­ar 2008 – 3 W 257/​07