Kein Ver­dienst am Unfall­scha­den

Bei der Scha­dens­ab­rech­nung nach einem Ver­kehrs­un­fall wird ein Werks­an­ge­hö­ri­gen­ra­batt berück­sich­tigt. An der Kos­ten­er­stat­tung bei einem Unfall soll der Geschä­dig­te nicht ver­die­nen.

Kein Ver­dienst am Unfall­scha­den

So hat der Bun­des­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den. Der Klä­ger ver­langt rest­li­chen Scha­dens­er­satz nach einem Ver­kehrs­un­fall, bei dem sein Pkw BMW MINI beschä­digt wur­de. Die vol­le Haf­tung des Unfall­geg­ners steht dem Grun­de nach außer Streit. Ein Sach­ver­stän­di­ger schätz­te die vor­aus­sicht­li­chen Repa­ra­tur­kos­ten auf 3.446,12 € net­to. Der Klä­ger rech­ne­te den Scha­den zunächst fik­tiv auf der Grund­la­ge die­ses Gut­ach­tens ab. Danach ließ er den Pkw in einer BMW-Nie­der­las­sung repa­rie­ren. Dabei ent­stan­den Repa­ra­tur­kos­ten in Höhe von 4.005,25 €. Da der Klä­ger als BMW-Werks­an­ge­hö­ri­ger gemäß einer Betriebs­ver­ein­ba­rung einen Rabatt auf die Werk­statt­rech­nung erhielt, zahl­te er für die ent­spre­chend dem Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten durch­ge­führ­te Repa­ra­tur tat­säch­lich nur 2.905,88 €. Sei­ne Kla­ge, mit der er u.a. Ersatz wei­te­rer Repa­ra­tur­kos­ten von 559,13 € und Nut­zungs­aus­fall in Höhe von 250 € begehrt, hat­te in den Vor­in­stan­zen 1 kei­nen Erfolg.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, dass der Klä­ger zwar nicht an die von ihm ursprüng­lich gewähl­te fik­ti­ve Abrech­nung auf der Basis der vom Sach­ver­stän­di­gen geschätz­ten Kos­ten gebun­den ist, son­dern nach erfolg­ter Repa­ra­tur zur kon­kre­ten Scha­dens­ab­rech­nung über­ge­hen und nun­mehr Ersatz der tat­säch­lich ange­fal­le­nen Kos­ten ver­lan­gen kann. Da er nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen des Scha­dens­er­satz­rechts an dem Scha­dens­fall jedoch nicht ver­die­nen soll, muss er sich den erhal­te­nen Werks­an­ge­hö­ri­gen­ra­batt anrech­nen las­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Okto­ber 2011 – VI ZR 17/​11

  1. LG Mün­chen I, vom 30.09.2010 – 19 S 5799/​10[]