Kein will­fäh­ri­ger Not­an­walt

Nach § 78b Abs. 1 ZPO kann einer Par­tei – soweit eine Ver­tre­tung durch einen beim Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­nen Rechts­an­walt erfor­der­lich ist, § 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO – ein Rechts­an­walt bei­geord­net wer­den, wenn sie einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt nicht fin­det und die Rechts­ver­fol­gung nicht mut­wil­lig oder aus­sichts­los erscheint.

Kein will­fäh­ri­ger Not­an­walt

Hat die Par­tei wie hier zunächst einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt gefun­den und man­da­tiert, kommt im Fal­le der spä­te­ren Man­dats­nie­der­le­gung die Bestel­lung eines Not­an­walts nur in Betracht, wenn die Par­tei die Been­di­gung des Man­dats nicht zu ver­tre­ten hat 1.

Die­se Vor­aus­set­zun­gen lagen in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall aller­dings nicht vor: Die Beklag­te hat­te einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten, am Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­nen Rechts­an­walt gefun­den. Die­ser hat sowohl frist­ge­recht Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt als auch die­se recht­zei­tig begrün­det. Die von der Beklag­ten dar­ge­leg­ten Dif­fe­ren­zen zwi­schen ihr und dem Rechts­an­walt über den Inhalt der Beschwer­de­be­grün­dung und die Man­dats­nie­der­le­gung, die erfolg­te, nach­dem der Rechts­an­walt frist­ge­recht eine den Vor­stel­lun­gen der Beklag­ten nicht ent­spre­chen­de Beschwer­de­be­grün­dung ein­ge­reicht hat­te, recht­fer­ti­gen die Bestel­lung eines Not­an­walts nicht. Mit dem Ziel, die Ein­rei­chung einer inhalt­lich ihren Vor­stel­lun­gen ent­spre­chen­den Revi­si­ons- oder Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­be­grün­dung zu errei­chen, kann eine Par­tei die Bei­ord­nung eines Not­an­walts gemäß § 78b ZPO nicht mit Erfolg ver­lan­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2018 – IV ZR 280/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 15.11.2017 – IV ZR 131/​17 5; vom 17.05.2017 – IV ZR 391/​16 6[]
  2. BGH, Beschluss vom 15.11.2017 – IV ZR 131/​17 5[]