Kei­ne Fotos von der kirch­li­chen Hoch­zeit

Wer­den ent­ge­gen einer Ver­ein­ba­rung Fotos von einem Nicht-Fach­mann ange­fer­tigt und nicht von einem aus­ge­bil­de­ten Foto­gra­fen, kann nicht ohne wei­te­res ange­nom­men wer­den, dass die Leis­tung von wenigs­tens mitt­le­rer Art und Güte ist, so dass kein Ver­gü­tungs­an­spruch in der Höhe besteht, der in der Ver­ein­ba­rung fest­ge­hal­ten wor­den ist.

Kei­ne Fotos von der kirch­li­chen Hoch­zeit

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Foto­gra­fen abge­wie­sen, der von einem Ehe­paar die Zah­lung des Hono­rars ver­langt hat, obwohl ledig­lich eine Prak­ti­kan­tin die Fotos gefer­tigt hat­te. Der Klä­ger begehr­te die Zah­lung von 307,38€ für die Erstel­lung von Hoch­zeits­fo­tos. Die Beklag­ten lehn­ten dies ab, da die Fotos nicht aus­rei­chend gut gewe­sen sei­en. Die Par­tei­en hat­ten ver­ein­bart, dass die Hoch­zeit der Beklag­ten am 1.9.2012 foto­gra­fisch von einem aus­ge­bil­de­ten Foto­gra­fen foto­gra­fiert wür­de, der Preis für das soge­nann­te "Basispaket3" betrug 799€ und war als "zeit­ge­nös­si­sche Hoch­zeits­fo­to­gra­fie" umschrie­ben. Hier­bei soll­te die Hoch­zeits­ze­re­mo­nie, die Hoch­zeits­fei­er und das Hoch­zeits­paar in einer selbst gewähl­ten Umge­bung abge­bil­det wer­den. Der Klä­ger schick­te eine Prak­ti­kan­tin, deren Fotos ent­spra­chen nicht den Vor­stel­lun­gen der Beklag­ten. Die kirch­li­che Zere­mo­nie wur­de von der Prak­ti­kan­tin gar nicht abge­bil­det, obwohl dies Gegen­stand der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung war. Über die Qua­li­tät der Fotos der abge­bil­de­ten Hoch­zeits­fei­er waren sich die Par­tei­en unei­nig, die Beklag­ten hat­ten die Bil­der aus­ge­hän­digt bekom­men und frei­wil­lig 150€ gezahlt. Daher hat der Foto­graf Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Han­no­ver bestehe ein wei­ter­ge­hen­der Ver­gü­tungs­an­spruch bei einer Leis­tung durch einen Nicht-Fach­mann nicht. Hier kön­ne nicht ohne wei­te­res ange­nom­men wer­den, dass die Leis­tung von wenigs­tens mitt­le­rer Art und Güte sei.

Die Kla­ge wur­de abge­wie­sen.

Amts­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 1. Juli 2013 – 412 C 4005/​13