Kei­ne Park­kral­le auf dem Pri­vat­park­platz

Der Eigen­tü­mer eines Pri­vat­park­plat­zes kann nicht dadurch zur Selbst­hil­fe gegen unbe­rech­tigt dort par­ken­de Fahr­zeu­ge grei­fen, dass er an den Autos eine Park­kral­le anlegt.

Kei­ne Park­kral­le auf dem Pri­vat­park­platz

In meh­re­ren Kla­ge­ver­fah­ren vor dem Amts­ge­richt Augs­burg brach­te der Beklag­te jeweils eine Park­kral­le an dem auf "sei­nem" Park­platz unbe­rech­tigt par­ken­den Auto an, wäh­rend der Klä­ger noch in sei­nem Fahr­zeug saß. Das Fahr­zeug stand jeweils nur kurz, in eini­gen Ver­fah­ren weni­ger als eine Minu­te. Der Beklag­te ent­fern­te die Park­kral­le jeweils nur gegen Zah­lung von 100,- €.

Das Amts­ge­richt Augs­burg ver­ur­teil­te ihn in allen Fäl­len­zur Rück­zah­lung der 100,- €: Zum einen bezwei­fel­te das Amts­ge­richt bereits, ob der Auf­ent­halt von weni­gen Sekun­den bei lau­fen­dem Motor als ver­bo­te­ne Eigen­macht zu qua­li­fi­zie­ren sei. Zum ande­ren stell­te es fest, dass das Anbrin­gen der Park­kral­le jeden­falls nicht vom Selbst­hil­fe­recht gedeckt sei. Das Selbst­hil­fe­recht berech­tigt den Inha­ber des Park­plat­zes nur, die Besei­ti­gung der Stö­rung zu ver­lan­gen. Das Anbrin­gen der Park­kral­le dient aber im Gegen­satz zum Abschlep­pen gera­de nicht der Besei­ti­gung der Besitz­stö­rung. Viel­mehr sei der Klä­ger dadurch gera­de am Weg­fah­ren gehin­dert wor­den.

Amts­ge­richt Augs­burg, Urtei­le vom 26. Janu­ar 2010 – 17 C 4888/​09; und vom 3. März 2010 – 17 C 108/​10