Keine Verjährung bei „Unbekannt verzogen“

Die für den Beginn der Verjährungsfrist erforderliche Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen hat der Geschädigte nur, wenn ihm außer dessen Name auch die (ladungsfähige) Anschrift bekannt ist1.

Keine Verjährung bei „Unbekannt verzogen“

Von der Kenntnis beziehungsweise grob fahrlässigen Unkenntnis der Anschrift ist zwar auszugehen, wenn zur Erlangung der Kenntnis nur eine einfache Anfrage oder ein Telefongespräch erforderlich sind2. Letzteres darf aber nicht ohne Rücksicht auf die Lage des Einzelfalls vorausgesetzt, sondern muss vom Tatrichter festgestellt werden3.

Da der Anspruchsgegner (hier: der Beklagte) die Darlegungs- und Beweislast für die den Beginn und den Ablauf der Verjährung maßgeblichen Umstände trägt4, ist er grundsätzlich auch gehalten, zum Vorliegen aller subjektiven Voraussetzungen des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB vorzutragen; erst auf Grund eines solchen Vortrags obliegt es dann dem Anspruchsinhaber, seinerseits an der Aufklärung mitzuwirken und etwa darzulegen, was er zur Ermittlung der erforderlichen Tatsachen unternommen hat5.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 13. Dezember 2012 – III ZR 298/11

  1. s. etwa BGH, Urteile vom 01.04.2003 – XI ZR 385/02, NJW-RR 2003, 923, 924; vom 06.11.2007 – VI ZR 182/06, VersR 2008, 129, 130 Rn. 18; vom 23.09.2008 – XI ZR 395/07, NJW 2009, 587, 588 Rn. 12 mwN und vom 28.02.2012 – XI ZR 192/11, NJW 2012, 1645 Rn. 14[]
  2. s. BGH, Urteil vom 01.04.2003 aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 16.05.1989 – VI ZR 251/88, NJW 1989, 2323, 2324[]
  3. BGH, Urteil vom 01.04.2003 aaO; vgl. auch BGH, Urteile vom 06.11.2007 aaO S. 131 Rn. 26 und vom 23.09.2008 aaO[]
  4. s. etwa BGH, Urteile vom 23.01.2007 – XI ZR 44/06, BGHZ 171, 1, 11 Rn. 32; vom 03.06.2008 – XI ZR 319/06, NJW 2008, 2576, 2578 Rn. 25; vom 23.09.2008 aaO Rn. 15 und vom 28.02.2012 aaO S. 1646 Rn.20[]
  5. BGH, Urteil vom 03.06.2008 aaO S. 2579 Rn. 33; vgl. auch BGH, Urteil vom 28.02.2012 aaO[]

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