Kla­ge auf Zustim­mung zur Löschung einer Grund­schuld – und der Streit­wert

Der Streit­wert einer Kla­ge auf Zustim­mung zur Löschung einer Grund­schuld bemisst sich grund­sätz­lich auch dann nach dem ein­ge­tra­ge­nen Nenn­wert, wenn die Grund­schuld nicht mehr valu­tiert.

Kla­ge auf Zustim­mung zur Löschung einer Grund­schuld – und der Streit­wert

Für ihre Bestim­mung ist nicht der Grund­stücks­wert maß­geb­lich. Der Wert des Strei­tes um die Löschung einer Grund­schuld folgt viel­mehr in der Regel dem Nenn­be­trag des ein­ge­tra­ge­nen Rechts, gleich­viel ob für die Wert­be­stim­mung § 3 oder § 6 ZPO her­an­ge­zo­gen wird 1.

Aller­dings wird die Fra­ge, wie der Streit­wert einer Kla­ge auf Löschung einer nicht mehr valu­tier­ten Grund­schuld zu bemes­sen ist, unein­heit­lich beant­wor­tet. Teil­wei­se wird die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass ledig­lich ein Bruch­teil des Nenn­be­trags der Grund­schuld anzu­set­zen sei, da es nur um die Besei­ti­gung einer for­mell noch bestehen­den grund­buch­mä­ßi­gen Posi­ti­on gehe 2. Nach ande­rer Ansicht ist auch bei einer nicht valu­tier­ten Grund­schuld deren ein­ge­tra­ge­ner Nenn­wert maß­geb­lich, da es wirt­schaft­lich um die Befrei­ung von der vol­len Ein­tra­gung gehe 3. Rich­ti­ger­wei­se bemisst sich der Streit­wert einer Kla­ge auf Zustim­mung zur Löschung einer Grund­schuld grund­sätz­lich auch dann nach dem ein­ge­tra­ge­nen Nenn­wert, wenn die Grund­schuld nicht mehr valu­tiert; denn sowohl bei einem Ver­kauf als auch bei einer mög­li­chen Belei­hung wirkt sich die ding­li­che Belas­tung des Grund­be­sit­zes im Regel­fall in vol­ler Höhe des Nenn­wer­tes zum Nach­teil des Eigen­tü­mers aus 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Febru­ar 2017 – V ZR 165/​16

  1. BGH, Urteil vom 19.01.2006 – IX ZR 232/​04, NJW 2006, 1286 Rn. 4, inso­weit nicht abge­druckt in BGHZ 166, 74; Beschluss vom 24.10.2007 – IV ZR 99/​07 6[]
  2. OLG Stutt­gart, MDR 2010, 778; OLG Nürn­berg, MDR 2009, 217; OLGR Frank­furt 2008, 321; OLGR Ros­tock 2009, 969, 970; OLG Cel­le, MDR 2005, 1196; Zöller/​Herget, ZPO, 31. Aufl., § 3 Rn. 16 Stich­wort "Löschung"; Münch­Komm-ZPO/Wöst­mann, 5. Aufl., § 6 Rn. 18; Wieczorek/​Schütze/​Kruis, ZPO, 4. Aufl., § 3 Stich­wort "Löschung"; Thomas/​Putzo/​Hüßtege, ZPO, 37. Aufl., § 3 Rn. 99; N. Schnei­der in Schneider/​Herget, Streit­wert-Kom­men­tar, 14. Aufl., Rn. 3548 ff.; offen gelas­sen BGH, Beschluss vom 12.03.2013 – II ZR 214/​10 4; BVerfG, NJW-RR 2000, 946, 947; vgl. auch BGH, Beschluss vom 15.04.2010 – V ZR 182/​09 5[]
  3. OLG Düs­sel­dorf, MDR 1999, 506, 507; OLG Saar­brü­cken, MDR 2001, 897; Stein/​Jonas/​Roth, ZPO, 23. Aufl., § 6 Rn. 36; Musielak/​Voit/​Heinrich, ZPO, 13. Aufl., § 3 Rn. 31; Baumbach/​Lauterbach/​Albers/​Hartmann, ZPO, 75. Aufl., § 6 R. 14; Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, 47. Aufl., § 48 GKG Anh. – I (§ 6 ZPO) Rn. 14[]
  4. vgl. OLG Düs­sel­dorf, MDR 1999, 506, 507[]