Kla­ge­än­de­rung in der Beru­fungs­in­stanz – und das Beru­fungs­ur­teil

Die Über­pr­fung, ob eine Kla­ge­än­de­rung in der Beru­fungs­in­stanz sach­dien­lich ist (§ 533 ZPO), ist dem Revi­si­ons­ge­richt gemäß § 268 ZPO ver­wehrt, wenn das Beru­fungs­ge­richt über das neue Begeh­ren inhalt­lich ent­schie­den hat.

Kla­ge­än­de­rung in der Beru­fungs­in­stanz – und das Beru­fungs­ur­teil

§ 268 ZPO greift auch dann, wenn die Vor­in­stanz irr­tüm­lich davon aus­ge­gan­gen ist, eine Kla­ge­än­de­rung lie­ge nicht vor [1].

Aus der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs vom 14.03.1979 [2] ergibt sich nichts Abwei­chen­des. In dem die­ser Ent­schei­dung zugrun­de­lie­gen­den Ver­fah­ren hat­te das Beru­fungs­ge­richt die Kla­ge­än­de­rung aus ande­ren Grün­den als unzu­läs­sig ange­se­hen und sich weder mit der Sach­dien­lich­keit der Ände­rung noch mit der Begründ­etheit des geän­der­ten Begeh­rens befasst. In die­ser Kon­stel­la­ti­on greift § 268 ZPO nicht. Des­halb ist das Revi­si­ons­ge­richt in sol­chen Fäl­len berech­tigt und ver­pflich­tet, die Sach­dien­lich­keit zu prü­fen, wenn sich die Beur­tei­lung der Vor­in­stanz als unzu­tref­fend erweist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 1. Sep­tem­ber 2020 – X ZR 97/​19

  1. BGH, Urteil vom 25.10.2007 – VII ZR 27/​06, NJW-RR 2008, 262 Rn. 9; Urteil vom 26.11.2019 – XI ZR 307/​18, NJW 2020, 1062 Rn. 13[]
  2. BGH, Urteil vom 14.03.1979 – IV ZR 80/​78, NJW 1979, 1306[]