Kla­ge­an­sprü­che – wahl­wei­se aus eige­nem oder aus abge­tre­te­nem Recht

Die Klä­ge­rin macht dadurch, dass sie ihre For­de­run­gen sowohl aus eige­nem Recht wie auch aus abge­tre­te­nem Recht ihrer Man­dan­ten her­lei­tet, jeweils zwei Streit­ge­gen­stän­de gel­tend, weil die den unter­schied­li­chen Ansprü­chen zugrun­de lie­gen­den Lebens­sach­ver­hal­te ver­schie­den sind 1.

Kla­ge­an­sprü­che – wahl­wei­se aus eige­nem oder aus abge­tre­te­nem Recht

Macht ein Klä­ger mit alter­na­ti­ver Begrün­dung sowohl eige­ne Ansprü­che als auch Ansprü­che aus abge­tre­te­nem Recht gel­tend, muss er deut­lich machen, in wel­cher Rei­hen­fol­ge er die Ansprü­che zur Über­prü­fung durch das Gericht stel­len will. Denn er darf nicht dem Gericht die Aus­wahl über­las­sen, auf wel­chen Kla­ge­grund es die Ver­ur­tei­lung stützt, weil er nach § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO den Kla­ge­grund bestimmt zu bezeich­nen hat 2.

Hat der Klä­ger meh­re­re Kla­ge­grün­de im Wege einer alter­na­ti­ven Kla­ge­häu­fung ver­folgt, kann er die gebo­te­ne Bestim­mung der Rei­hen­fol­ge, in der er die pro­zes­sua­len Ansprü­che gel­tend machen will, aller­dings noch in der Beru­fungs- oder der Revi­si­ons­in­stanz nach­ho­len 3. Die Klä­ge­rin muss erklä­ren, wel­che Ansprü­che sie in ers­ter Linie und wel­che Ansprü­che sie hilfs­wei­se gel­tend machen will.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Dezem­ber 2015 – IX ZR 11/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2005 – VIII ZR 93/​04, NJW 2005, 2004, 2005[]
  2. BGH, Beschluss vom 24.03.2011 – I ZR 108/​09, BGHZ 189, 56 Rn. 6 ff; Urteil vom 25.04.2013 – IX ZR 62/​12, NJW 2013, 2429 Rn. 13[]
  3. BGH, Beschluss vom 24.03.2011, aaO Rn. 13[]