Kla­ge­rück­nah­me im unter­bro­che­nen Zivil­pro­zess

Eine von der Klä­ge­rin erklär­te Kla­ge- oder Rechts­mit­tel­rück­nah­me ist wirk­sam, obwohl das Gericht zuvor durch Beschluss (dekla­ra­to­risch) fest­ge­stellt hat, dass das Ver­fah­ren (hier: gemäß § 239 ZPO) unter­bro­chen ist.

Kla­ge­rück­nah­me im unter­bro­che­nen Zivil­pro­zess

Denn die Unwirk­sam­keit nach § 249 Abs. 2 ZPO beschränkt sich nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 1 auf Pro­zess­hand­lun­gen, die gegen­über dem Geg­ner vor­zu­neh­men sind.

Pro­zess­hand­lun­gen, die – wie die Rechts­mit­tel­ein­le­gung oder rück­nah­me (§ 565 Satz 1, § 516 Abs. 2 ZPO) – gegen­über dem Gericht erklärt wer­den müs­sen, sind dage­gen trotz der Aus­set­zung wirk­sam 2.

Dies gilt jeden­falls so lan­ge, wie der Rechts­mit­tel­be­klag­te nicht – wie etwa nach § 565 Satz 2 ZPO – in die Rück­nah­me ein­wil­li­gen muss.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Janu­ar 2015 – IX ZR 135/​14

  1. BGH, Beschluss vom 30.09.1968 – VII ZR 93/​67, BGHZ 50, 397, 400; vom 01.12 1976 – IV ZB 43/​76, NJW 1977, 717, 718[]
  2. BGH, Beschluss vom 05.11.1987 – III ZR 86/​86, BGHR ZPO § 249 Abs. 2 Pro­zess­hand­lung 1[]