Kommt ein Döner geflo­gen…

Der Wurf mit einem Döner stellt kei­ne schwer­wie­gen­de Ver­let­zung der vom all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht umfass­ten mensch­li­chen Wür­de und Ehre dar. Sagt das Amts­ge­richt Mü;nchen.

Kommt ein Döner geflo­gen…

Die spä­te­re Klä­ge­rin arbei­tet in einem Döner­lo­kal. Im Juni 2007 kauf­te der spä­te­re Beklag­te bei ihr einen Döner. Da ihm die­ser nicht schmeck­te, kam es zu einer Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen bei­den. Als er sein Geld nicht zurück­be­kam, warf er den Döner weg.

Die Klä­ge­rin erhob dar­auf hin Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Mün­chen. Sie ver­lang­te ein ange­mes­se­nes Schmer­zens­geld, wobei sie von min­des­tens 250 Euro aus­ging. Der Beklag­te habe sie schließ­lich als „blö­de Kuh“ bezeich­net und den Döner mit vol­ler Wucht auf sie gewor­fen. Sie habe nur aus­wei­chen kön­nen, weil sie so schnell reagiert habe.

Der Beklag­te wei­ger­te sich zu zah­len. „Blö­de Kuh“ habe er nie gesagt, den Döner habe er nur hin­ter die The­ke und nicht auf die Klä­ge­rin gewor­fen.

Der zustän­di­ge Rich­ter wies die Kla­ge ab:

Nach Ein­ver­nah­me der Zeu­gen kön­ne die Klä­ge­rin nicht bewei­sen, dass der Beklag­te „blö­de Kuh“ zu ihr sag­te. Aus die­sem Grund kön­ne sie daher kein Schmer­zens­geld bean­spru­chen. Was den Wurf mit dem Döner betref­fe, kön­ne dahin ste­hen, ob der Beklag­te wirk­lich auf die Klä­ge­rin gezielt habe. Der Wurf mit einem ange­bis­se­nen Döner stel­le jeden­falls kei­ne schwer­wie­gen­de Ver­let­zung der vom all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht umfass­ten mensch­li­chen Wür­de und Ehre dar. Des­halb kön­ne die Klä­ge­rin hier­aus auch kei­nen Schmer­zens­geld­an­spruch her­lei­ten.

Das Urteil ist rechts­kräf­tig.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 14. März 2008 – 154 C 26660/​07