Kon­troll- und Unter­hal­tungs­pflicht der Was­ser­lei­tung bis zur Was­ser­uhr

Die haf­tungs­recht­li­che Ver­ant­wor­tung eines Was­ser­ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens endet erst hin­ter der Was­ser­uhr. Bis zu die­ser Mess­ein­rich­tung trifft das Unter­neh­men eine unein­ge­schränk­te Kon­troll- und Unter­hal­tungs­pflicht der Was­ser­lei­tung.

Kon­troll- und Unter­hal­tungs­pflicht der Was­ser­lei­tung bis zur Was­ser­uhr

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall für einen Was­ser­aus­tritt in einem Pri­vat­haus im Bereich vor der Was­ser­uhr die Haf­tung des Was­ser­ver­sor­gungs­zweck­ver­ban­des dem Grun­de nach fest­ge­stellt. Die Klä­ge­rin hat Scha­dens­er­satz­an­sprü­che wegen eines Was­ser­scha­dens in ihrer Gara­ge in Wei­ler bei May­en gel­tend gemacht, nach­dem es dort – wäh­rend eines län­ge­ren Auf­ent­halts im Aus­land – an einem kor­ro­dier­ten Rohr zum Was­ser­aus­tritt gekom­men ist. Das Land­ge­richt Koblenz hat die Kla­ge abge­wie­sen. Der Scha­den sei inner­halb des Gebäu­des ent­stan­den und auf die dar­in befind­li­che Anla­ge zurück­zu­füh­ren. Dage­gen hat die Klä­ge­rin Beru­fung ein­ge­legt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz aus­ge­führt, dass die Schad­stel­le sich im Bereich ober­halb des Gara­gen­bo­dens aber vor der Was­ser­uhr befun­den habe. Die­ser Lei­tungs­teil ste­he im Eigen­tum des Zweck­ver­ban­des. Ihn tref­fe eine unein­ge­schränk­te Kon­troll- und Unter­hal­tungs­pflicht. Zumin­dest bei einem regel­mä­ßig statt­fin­den­den Aus­tausch der Was­ser­uhr hät­te die zufüh­ren­de Frisch­was­ser­lei­tung von einem Mit­ar­bei­ter des Ver­ban­des auf ihre Schad­haf­tig­keit kon­trol­liert wer­den kön­nen und müs­sen. Die haf­tungs­recht­li­che Ver­ant­wor­tung des Ver­ban­des ende erst hin­ter der Mess­ein­rich­tung. Im Bereich vor der Was­ser­uhr tref­fe ihn die aus­schließ­li­che Ver­ant­wor­tung, so dass der Klä­ge­rin kein Mit­ver­schul­den wegen unter­las­se­ner eige­ner Kon­trol­le vor­ge­wor­fen wer­den kön­ne.

Ober­lan­des­ge­richt Koblenz, Urteil vom 17. April 2014 – 1 U 1281/​12