Kos­ten der Zwangs­voll­stre­ckung – und die Zustel­lung der Ein­tra­gungs­an­ord­nung

Der Voll­stre­ckungs­gläu­bi­ger hat nach Ansicht des Amts­ge­richts Stral­sund die Kos­ten der Zustel­lung der Ein­tra­gungs­an­ord­nung als Aus­la­gen zu tra­gen [1].

Kos­ten der Zwangs­voll­stre­ckung – und die Zustel­lung der Ein­tra­gungs­an­ord­nung

Tat­säch­lich ist umstrit­ten, ob die Kos­ten der Zustel­lung der Ein­tra­gungs­an­ord­nung an den Schuld­ner dem Gläu­bi­ger auf­er­legt wer­den kön­nen, wobei mitt­ler­wei­le im Wesent­li­chen nicht mehr strei­tig ist, dass die­se Kos­ten dem Gläu­bi­ger jeden­falls nicht als Gebühr auf­er­legt wer­den kön­nen. Nach wie vor strei­tig und davon zu tren­nen ist aber, ob die Zustell­kos­ten dem Gläu­bi­ger als – zure­chen­bar ver­an­lass­te – Aus­la­gen auf­er­legt wer­den kön­nen. Ein nicht uner­heb­li­cher Teil der instanz­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung ver­neint auch dies mit der Begrün­dung, die Ein­tra­gungs­an­ord­nung lie­ge allein im öffent­li­chen Inter­es­se, nicht im indi­vi­du­el­len Inter­es­se des Voll­stre­ckungs­gläu­bi­gers [2].

Das Amts­ge­richt Stral­sund teilt die­se Ein­schät­zung nicht:

Die Ein­tra­gung des Schuld­ners in das Schuld­ner­ver­zeich­nis mag zwar – für sich betrach­tet – allein oder zumin­dest pri­mär im All­ge­mein­in­ter­es­se lie­gen und nicht im Inter­es­se des die Voll­stre­ckung betrei­ben­den Gläu­bi­gers. Mit dem allein sei­ner Dis­po­si­ti­on unter­lie­gen­den Betrieb des Voll­stre­ckungs­ver­fah­rens setzt der Gläu­bi­ger aber die not­wen­di­ge gesetz­li­che Bedin­gung dafür, dass es über­haupt zum Ein­tra­gungs­ver­fah­ren kommt; er ver­an­lasst daher zure­chen­bar auch das Ein­tra­gungs­ver­fah­ren und ist dem­entspre­chend für in die­sem Rah­men anfal­len­de Aus­la­gen haft­bar, zumal der maß­geb­li­che Kos­ten­tat­be­stand des GvKostG-KV – dor­ti­ge Zif­fer 701 – sei­ner For­mu­lie­rung nach kei­nen Anhalts­punkt dafür lie­fert, der Gläu­bi­ger sol­le nur die Kos­ten einer Zustel­lung tra­gen, die er unmit­tel­bar und ggf. im eige­nen Inter­es­se bean­tragt habe. Inso­weit schließt sich das Amts­ge­richt Stral­sund der Auf­fas­sung u.a. des Land­ge­richts Neu­bran­den­burg [3] an.

Amts­ge­richt Stral­sund, Beschluss vom 24. August 2016 – 73 M 79/​16

  1. Anschluss an LG Neu­bran­den­burg, Beschluss vom 12.07.2016 – 2 T 120/​16; ent­ge­gen OLG Koblenz, Beschluss vom 19.01.2016 – 14 W 813/​15[]
  2. u.a. OLG Koblenz, Beschluss vom 19.01.2016 – 14 W 813/​15[]
  3. LG Neu­bran­den­burg, Beschluss vom 12.07.2016 – 2 T 120/​16[]