Kos­ten­ent­schei­dung nach beid­sei­ti­ger Erle­di­gungs­er­klä­rung – und die unge­klär­ten Rechts­fra­gen

Haben die Par­tei­en das Ver­fah­ren in der Haupt­sa­che über­ein­stim­mend für erle­digt erklärt, ist über alle bis­her ent­stan­de­nen Kos­ten des Ver­fah­rens, ein­schließ­lich der­je­ni­gen der Vor­in­stan­zen, gemäß § 91a Abs. 1 ZPO nach bil­li­gem Ermes­sen unter Berück­sich­ti­gung des bis­he­ri­gen Sach- und Streit­stan­des durch Beschluss zu ent­schei­den 1.

Kos­ten­ent­schei­dung nach beid­sei­ti­ger Erle­di­gungs­er­klä­rung – und die unge­klär­ten Rechts­fra­gen

Es ist nicht Zweck einer Kos­ten­ent­schei­dung nach § 91a Abs. 1 ZPO, Rechts­fra­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zu klä­ren oder das Recht fort­zu­bil­den. Grund­la­ge der Ent­schei­dung ist ledig­lich eine sum­ma­ri­sche Prü­fung, bei der das Gericht grund­sätz­lich davon abse­hen kann, in einer recht­lich schwie­ri­gen Sache nur wegen der Ver­tei­lung der Kos­ten alle für den hypo­the­ti­schen Aus­gang bedeut­sa­men Rechts­fra­gen zu klä­ren 2. Die Fra­ge, ob eine Siche­rungs­voll­stre­ckung nach Art. 47 Abs. 2 Brüs­sel-I-Ver­ord­nung die Zustel­lung der Voll­streck­bar­er­klä­rung an den Schuld­ner vor­aus­setzt, ist umstrit­ten und höchst­rich­ter­lich nicht geklärt 3. Bei sum­ma­ri­scher Prü­fung ist der Ver­fah­rens­aus­gang offen. Ande­re Ver­tei­lungs­kri­te­ri­en lie­gen nicht vor.

Hier­nach waren die Kos­ten gegen­ein­an­der auf­zu­he­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Dezem­ber 2017 – VII ZB 2/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 13.02.2003 – VII ZR 121/​02, BauR 2003, 1075, 1076 7 m.w.N.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 20.05.2014 – VII ZB 59/​12 Rn. 2 m.w.N.[]
  3. vgl. Rauscher/​Mankowski, Euro­päi­sches Zivil­pro­zess- und Kol­li­si­ons­recht, Bear­bei­tung 2011, Art. 47 Brüs­sel-I-Ver­ord­nung Rn. 12b m.w.N.[]