Kos­ten­lo­ser Sturz auf dem Park­platz

Nicht jeder Sturz mit Ver­let­zungs­fol­gen auf einem Ein­kaufspark­platz, der sei­ne Ursa­che in einer unre­gel­mä­ßi­gen Pflas­te­rung hat, begrün­det einen Anspruch auf Schmer­zens­geld.

Kos­ten­lo­ser Sturz auf dem Park­platz

In einem jetzt vom Land­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Fall hat­te die Klä­ge­rin vor­ge­tra­gen, sie sei am 01.12.2006 nach einem Ein­kauf in dem von der Beklag­ten betrie­be­nen Geschäft im Indus­trie­ge­biet in Neu­wied auf dem davor gele­ge­nen Park­platz­ge­län­de gestürzt. Sie sei über einen aus der Pflas­te­rung her­aus­ra­gen­den Pflas­ter­stein gestol­pert. Bei dem Sturz habe sie sich das Schlüs­sel­bein gebro­chen. Die Klä­ge­rin hat von der Beklag­ten die Zah­lung eines Schmer­zens­gel­des in Höhe von min­des­tens 2.500 Euro begehrt. Die Beklag­te hat den gel­tend gemach­ten Anspruch unter ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten bestrit­ten.

Das Amts­ge­richt Neu­wied hat die Kla­ge mit der Begrün­dung abge­wie­sen, dass der Klä­ge­rin ein erheb­li­ches Mit­ver­schul­den zur Last fal­le, das eine mög­li­che Haf­tung der Beklag­ten aus­schlie­ße. Nach ihrem eige­nen Vor­trag zur Kla­ge­be­grün­dung habe die Klä­ge­rin beim Bege­hen des Park­plat­zes in ihrer Hand­ta­sche nach dem Auto­schlüs­sel gesucht. Bei einem Park­platz­ge­län­de, wel­ches an ver­schie­de­ne Super­märk­te und Dis­count-Geschäf­te angren­ze, müs­se stets mit Uneben­hei­ten und ande­ren Hin­der­nis­sen gerech­net wer­den. Die Benut­zer der Park­plät­ze sei­en des­halb gehal­ten, ihre vol­le Auf­merk­sam­keit den Gege­ben­hei­ten und der Beschaf­fen­heit des Park­plat­zes zu wid­men. Die Klä­ge­rin hät­te bei Beach­tung der übli­chen Auf­merk­sam­keit den etwas her­aus­ste­hen­den Pflas­ter­stein leicht erken­nen und umge­hen kön­nen.

Die gegen das erst­in­stanz­li­che Urteil gerich­te­te Beru­fung der Klä­ge­rin ist eben­falls ohne Erfolg geblie­ben, das Land­ge­richt Koblenz hat die Beru­fung durch ein­stim­mi­gen Beschluss zurück­ge­wie­sen. Nach Auf­fas­sung der Rich­ter liegt bereits kei­ne Ver­let­zung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht durch die Beklag­te vor. Uneben­hei­ten von 1 – 2 cm auf einem Park­platz, wie sie die Klä­ge­rin vor dem Amts­ge­richt vor­ge­tra­gen habe, sei­en hin­zu­neh­men. Die ein­schlä­gi­ge ober­ge­richt­li­che Recht­spre­chung in Bezug auf Uneben­hei­ten von Bür­ger­stei­gen gel­te erst recht für einen Park­platz, der nicht aus­schließ­lich für die Benut­zung durch Fuß­gän­ger bestimmt sei. Im Übri­gen habe das Amts­ge­richt zu Recht ange­nom­men, dass selbst eine even­tu­el­le Haf­tung der Beklag­ten wegen Ver­let­zung ihrer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht hin­ter das erheb­li­che Mit­ver­schul­den der Klä­ge­rin zurück­tre­te. Gegen den Beschluss ist ein wei­te­res Rechts­mit­tel nicht statt­haft.

Land­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 28. April 2008 – 12 S 39/​08