Kos­ten­tra­gung nach Aner­kennt­nis – und die Ermitt­lungs­kos­ten

Der Beklag­te hat nach dem Aner­kennt­nis­ur­teil die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen. Gemäß § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO hat die unter­lie­gen­de Par­tei ins­be­son­de­re die dem Geg­ner ent­stan­de­nen Kos­ten zu erstat­ten, soweit sie zur zweck­ent­spre­chen­den Rechts­ver­fol­gung oder Rechts­ver­tei­di­gung not­wen­dig waren.

Kos­ten­tra­gung nach Aner­kennt­nis – und die Ermitt­lungs­kos­ten

Zu den Pro­zess­kos­ten rech­nen nicht nur die durch die Ein­lei­tung und Füh­rung eines Pro­zes­ses aus­ge­lös­ten Kos­ten, son­dern auch die­je­ni­gen Kos­ten, die wie etwa Kos­ten für Detek­ti­ver­mitt­lun­gen oder Test­käu­fe der Vor­be­rei­tung eines kon­kret bevor­ste­hen­den Rechts­streits die­nen. Die­se wer­den aus Grün­den der Pro­zess­wirt­schaft­lich­keit den Pro­zess­kos­ten zuge­rech­net und kön­nen im Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­ren gel­tend gemacht wer­den 1.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat zwi­schen­zeit­lich ent­schie­den, dass die Kos­ten des Ver­fah­rens nach § 101 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 und Abs. 9 Satz 1 UrhG gegen einen Inter­net-Pro­vi­der auf Aus­kunft über den Inha­ber einer IP-Adres­se der Vor­be­rei­tung eines kon­kret bevor­ste­hen­den Rechts­streits gegen die Per­son die­nen, die für eine über die­se IP-Adres­se began­ge­ne Urhe­ber­rechts­ver­let­zung ver­ant­wort­lich ist; sie sind daher gemäß § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO zu erstat­ten, soweit sie zur zweck­ent­spre­chen­den Rechts­ver­fol­gung not­wen­dig waren 2.

Hier­ge­gen kann auch nicht mit Erfolg ein­ge­wen­det wer­den, die gel­tend gemach­ten Kos­ten wären in der­sel­ben Höhe ange­fal­len, wenn ledig­lich die dem Beklag­ten zuge­teil­ten IP-Adres­sen und nicht auch die ande­ren Per­so­nen zuge­ord­ne­ten IP-Adres­sen Gegen­stand des Ver­fah­rens nach § 101 Abs. 9 Satz 1 UrhG gewe­sen wären. Die Kos­ten des Ver­fah­rens nach § 101 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 und Abs. 9 Satz 1 UrhG gegen einen Inter­net-Pro­vi­der auf Aus­kunft über die Inha­ber meh­re­rer IP-Adres­sen sind nur inso­weit im Sin­ne von § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO not­wen­di­ge Kos­ten eines nach­fol­gen­den Rechts­streits gegen eine Per­son, die für eine über eine die­ser IP-Adres­sen began­ge­ne Urhe­ber­rechts­ver­let­zung ver­ant­wort­lich ist, als sie antei­lig auf die­se Per­son ent­fal­len 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Dezem­ber 2014 – I ZB 7/​14

  1. BGH, Beschluss vom 20.10.2005 – I ZB 21/​05, GRUR 2006, 439 Rn. 11 = WRP 2006, 237 Gel­tend­ma­chung der Abmahn­kos­ten, mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 15.05.2014 – I ZB 71/​13, GRUR 2014, 1239 Rn. 10 bis 13 = WRP 2014, 1468 Deus Ex[]
  3. BGH, GRUR 2014, 1239 Rn. 14 bis 18 Deus Ex[]