Land­wirt­schaft­li­che Betriebs­auf­spal­tung – und die unge­sun­de Boden­ver­tei­lung

Nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG darf die Geneh­mi­gung zur Ver­äu­ße­rung eines land­wirt­schaft­li­chen Grund­stücks ver­sagt wer­den, wenn Tat­sa­chen vor­lie­gen, aus denen sich ergibt, dass die Ver­äu­ße­rung eine unge­sun­de Ver­tei­lung des Grund und Bodens bedeu­te­te. Nach Absatz 2 der Vor­schrift liegt eine unge­sun­de Boden­ver­tei­lung dann vor, wenn die Ver­äu­ße­rung Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Agrar­struk­tur wider­spricht.

Land­wirt­schaft­li­che Betriebs­auf­spal­tung – und die unge­sun­de Boden­ver­tei­lung

Die­se Maß­nah­men zie­len in ers­ter Linie auf die Schaf­fung und Erhal­tung lebens­fä­hi­ger land­wirt­schaft­li­cher Betrie­be ab. Da Grund und Boden in der Land- und Forst­wirt­schaft der maß­ge­ben­de Pro­duk­ti­ons­fak­tor ist, aber nicht in unbe­schränk­tem Umfang zur Ver­fü­gung steht, soll der vor­han­de­ne land­wirt­schaft­li­che Grund­be­sitz in ers­ter Linie den Land­wir­ten zugu­te kom­men und vor­be­hal­ten blei­ben, die ihn selbst bewirt­schaf­ten.

Dem­entspre­chend liegt eine unge­sun­de Boden­ver­tei­lung in der Regel dann vor, wenn land­wirt­schaft­lich genutz­ter Boden an einen Nicht­land­wirt ver­äu­ßert wer­den soll und ein Land­wirt das Grund­stück zur Auf­sto­ckung sei­nes Betriebs drin­gend benö­tigt und zum Erwerb bereit und in der Lage ist, die Flä­che zu den Bedin­gun­gen des Kauf­ver­trags zu erwer­ben 1.

Die Vor­aus­set­zun­gen für eine Aus­nah­me von der vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Regel lie­gen in dem Fall, dass ein nicht Land­wirt­schaft betrei­ben­des Besitz­un­ter­neh­men land­wirt­schaft­li­che Grund­stü­cke für ein Land­wirt­schaft betrei­ben­des Betriebs­un­ter­neh­men erwer­ben will, nicht vor. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs führt der Erwerb eines land­wirt­schaft­li­chen Grund­stücks durch das selbst nicht Land­wirt­schaft betrei­ben­de Unter­neh­men nur dann nicht zu einer unge­sun­den Ver­tei­lung des Eigen­tums an land­wirt­schaft­lich genutz­tem Grund und Boden, wenn die Nut­zung der Flä­chen durch ein Land­wirt­schaft betrei­ben­des Unter­neh­men inner­halb eines von den­sel­ben Per­so­nen beherrsch­ten Unter­neh­mens­ver­bun­des sicher­ge­stellt ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. April 2014 – BLw 7/​13

  1. sie­he nur BGH, Beschluss vom 26.11.2010 BLw 14/​09, NJW-RR 2011, 521 Rn. 9 f.[]
  2. BGH, Beschluss vom 26.11.2010 BLw 14/​09, NJW-RR 2011, 521 Rn. 21[]