Leis­tungs­kla­ge – und die alter­na­ti­ve Kla­ge­häu­fung

Nach § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO muss die Kla­ge­schrift die bestimm­te Anga­be des Gegen­stan­des und des Grun­des des erho­be­nen Anspruchs sowie einen bestimm­ten Antrag ent­hal­ten. Eine alter­na­ti­ve Kla­ge­häu­fung, bei der der Klä­ger ein ein­heit­li­ches Kla­ge­be­geh­ren aus meh­re­ren pro­zes­sua­len Ansprü­chen (Streit­ge­gen­stän­den) her­lei­tet und dem Gericht die Aus­wahl über­lässt, auf wel­chen Kla­ge­grund es die Ver­ur­tei­lung stützt, ist grund­sätz­lich unzu­läs­sig. Sie ver­stößt gegen das Bestimmt­heits­ge­bot des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO.

Leis­tungs­kla­ge – und die alter­na­ti­ve Kla­ge­häu­fung

Für den Beklag­ten bleibt in die­sem Fall bis zu einem Urteil unklar, ob das Gericht die Ver­ur­tei­lung nur auf einen oder auf meh­re­re Streit­ge­gen­stän­de stüt­zen wird. Das ist aber für die Reich­wei­te der Ver­ur­tei­lung und damit die Rechts­kraft von Bedeu­tung.

Bestimmt der Klä­ger die Rang­fol­ge nicht, in der das Gericht die Prü­fung der ein­zel­nen Streit­ge­gen­stän­de vor­zu­neh­men hat, erschließt sich dem Beklag­ten auch nicht ohne Wei­te­res, gegen wel­chen aus einer Viel­zahl von Streit­ge­gen­stän­den er sei­ne Rechts­ver­tei­di­gung in ers­ter Linie rich­ten muss 1.

Der Klä­ger muss zur Ver­mei­dung einer Kla­ge­ab­wei­sung als unzu­läs­sig eine sol­che Rang­fol­ge bil­den. Das kann auch kon­klu­dent und auch noch im Ver­lauf des Ver­fah­rens ein­schließ­lich der Revi­si­ons­in­stanz gesche­hen 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 22. Janu­ar 2019 – 3 AZR 560/​17

  1. BAG 2.08.2018 – 6 AZR 437/​17, Rn. 18 mwN; vgl. auch 1.06.2006 – 6 AZR 59/​06, Rn. 10; grund­le­gend BGH 24.03.2011 – I ZR 108/​09, Rn. 9 ff., BGHZ 189, 56[]
  2. BAG 2.08.2018 – 6 AZR 437/​17 – aaO[]