Löschung einer Rück­erwerbs­vor­mer­kung durch Grund­buch­be­rich­ti­gung

Ein Grund­buch­be­rich­ti­gungs­an­trag auf Löschung einer Rück­erwerbs­vor­mer­kung kann von einem nach­ran­gi­gen Grund­pfand­gläu­bi­ger (Zwangs­si­che­rungs­hy­po­the­ken) gestellt wer­den. Er ist als unmit­tel­bar Betei­lig­ter im Sin­ne von § 13 Abs. 1 S. 2 GBO in Ver­bin­dung mit § 22 Abs. 1 GBO antrags- und beschwer­de­be­rech­tigt.

Löschung einer Rück­erwerbs­vor­mer­kung durch Grund­buch­be­rich­ti­gung

Nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Stutt­gart ist davon aus­zu­ge­hen, dass die Antrag­stel­le­rin im Sin­ne von § 13 Abs. 1 S. 2 GBO i.V.m. § 22 Abs. 1 GBO antrags­be­rech­tigt ist wegen der zu ihren Guns­ten nach­ran­gig ein­ge­tra­ge­nen Grund­pfand­rech­te (Zwangs­si­che­rungs­hy­po­the­ken). Denn bei einer Berich­ti­gung gemäß § 22 Abs. 1 GBO „gewinnt” unmit­tel­bar unter ande­rem der­je­ni­ge Teil, der einen Berich­ti­gungs­an­spruch nach § 894 BGB hat1. Ein sol­cher steht aber auch einem nach­ge­hen­den Berech­tig­ten zu, wenn das vor­ge­hen­de Recht nicht ent­stan­den oder erlo­schen ist, eben­so dem­je­ni­gen, des­sen Recht durch eine nicht bestehen­de Vor­mer­kung beein­träch­tigt wird2. Im ein­zel­nen wird zur Pro­ble­ma­tik auf die vor­ste­hen­den Zita­te aus der Lite­ra­tur und Recht­spre­chung ver­wie­sen. Den dor­ti­gen Aus­füh­run­gen schließt sich das OLG Stutt­gart an.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 26. Janu­ar 2012 – 8 W 29/​12

  1. Dem­har­ter, a.a.O., § 13 GBO Rn. 47, m.w.N.
  2. Dem­har­ter, a.a.O.; Gurs­ky in Stau­din­ger, BGB, Neu­be­ar­bei­tung 2008, § 894 BGB Rn. 77; BGH NJW 1996, 3006 und 3147; BayO­bLG DNotZ 1989, 363; Bran­den­bur­gi­sches OLG, Beschluss vom 08.02.2010 – 5 Wx 1/​09; je m.w.N.