Löschung einer ver­mö­gens­lo­sen GmbH – und die Par­tei­fä­hig­keit

Die Löschung einer ver­mö­gens­lo­sen GmbH nach § 394 Abs. 1 FamFG hat zur Fol­ge, dass die Gesell­schaft ihre Rechts­fä­hig­keit ver­liert und damit nach § 50 Abs. 1 ZPO auch ihre Fähig­keit, Par­tei eines Rechts­streits zu sein.

Löschung einer ver­mö­gens­lo­sen GmbH – und die Par­tei­fä­hig­keit

Nur wenn Anhalts­punk­te dafür bestehen, dass noch ver­wert­ba­res Ver­mö­gen vor­han­den ist, bleibt die Gesell­schaft trotz der Löschung rechts- und par­tei­fä­hig. Dabei sind wert­lo­se For­de­run­gen nicht als ver­wert­ba­res Ver­mö­gen anzu­se­hen.

Die Gesell­schaft ist mate­ri­ell­recht­lich nicht mehr exis­tent. Nur wenn Anhalts­punk­te dafür bestehen, dass noch ver­wert­ba­res Ver­mö­gen vor­han­den ist, bleibt die Gesell­schaft trotz der Löschung rechts- und par­tei­fä­hig1.

Wert­lo­se Akti­va und For­de­run­gen, wegen derer nicht voll­streckt wer­den kann, sind kein ver­wert­ba­res Ver­mö­gen2. In sol­chen Fäl­len ist das Inter­es­se des Gläu­bi­gers einer liqui­dier­ten und gelösch­ten Gesell­schaft, für die ledig­lich abs­trak­te Mög­lich­keit, dass sich doch noch Zugriffs­mas­se fin­det, einen Voll­stre­ckungs­ti­tel erwir­ken zu kön­nen, nicht schüt­zens­wert3.

Es kann daher dahin­ste­hen, ob der gelösch­ten GmbH noch Ansprü­che gegen einen Schuld­ner zuste­hen, über des­sen Ver­mö­gen zwi­schen­zeit­lich das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net wor­den ist. Eine reel­le Aus­sicht, dass der Gläu­bi­ge­rin hin­sicht­lich ihrer etwai­gen Ansprü­che gegen die GmbH Haf­tungs­mas­se zur Ver­fü­gung ste­hen wird, besteht vor die­sem Hin­ter­grund nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Mai 2015 – VII ZB 53/​13

  1. BGH, Urtei­le vom 05.07.2012 – III ZR 116/​11, WM 2012, 1482 Rn. 27; vom 25.10.2010 – II ZR 115/​09, NJW-RR 2011, 115 Rn. 22; vom 29.09.1967 – V ZR 40/​66, BGHZ 48, 303, 307; jeweils m.w.N. []
  2. Schmidt in Scholz, GmbHG, 11. Aufl., § 74 Rn. 12 []
  3. vgl. auch Münch-KommZ­PO/­Lin­dacher, 4. Aufl., § 50 Rn. 15 []