Mak­ler­ho­no­rar des abge­lös­ten Spie­ler­be­ra­ters

Zwi­schen einem Fuß­ball­ver­ein und einem Spie­ler­be­ra­ter kommt nicht auto­ma­tisch ein Mak­ler­ver­trag dadurch zustan­de, dass der Ver­ein den Spie­ler­be­ra­ter als Ver­tre­ter eines Spie­lers ange­spro­chen hat. Es spricht auch nicht für eine mög­li­che Mak­ler­be­auf­tra­gung, dass ein Ver­ein im Fal­le einer ver­trag­li­chen Eini­gung mit einem Spie­ler regel­mä­ßig auch das Hono­rar des betei­lig­ten Spie­ler­be­ra­ters über­nimmt.

Mak­ler­ho­no­rar des abge­lös­ten Spie­ler­be­ra­ters

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall des BVB ent­schie­den, von dem der Spie­ler­be­ra­ter sei­nes Tor­hü­ters Hono­rar ver­langt hat. Im Sep­tem­ber 2010 hat­te der ver­klag­te BVB den sei­nen Tor­hü­ter ver­tre­ten­den Spie­ler­be­ra­ter ange­spro­chen, um Ver­hand­lun­gen über eine Ver­trags­ver­län­ge­rung auf­zu­neh­men. Vor dem erfolg­rei­chen Abschluss der Ver­hand­lun­gen im Jah­re 2011 hat­te sich der Spie­ler im Novem­ber 2010 von sei­nem bis­he­ri­gen Spie­ler­be­ra­ter getrennt und einen neu­en Bera­ter beauf­tragt. Unter Hin­weis auf einen nach sei­ner Ansicht mit dem BVB abge­schlos­se­nen Mak­ler­ver­trag hat­te der abge­lös­te Spie­ler­be­ra­ter vom BVB Aus­kunft über die Kon­di­tio­nen der spä­ter ohne sei­ne Mit­wir­kung ver­ein­bar­ten Ver­trags­ver­län­ge­rung und ein – der Höhe nach noch zu bezif­fern­des – Mak­ler­ho­no­rar in Höhe von 10% des mit dem Spie­ler abge­spro­che­nen Jah­res­brut­to­ge­hal­tes ver­langt. Nach­dem der Spie­ler­be­ra­ter mit sei­ner Kla­ge vor dem Land­ge­richt Dort­mund kei­nen Erfolg hat­te, ver­folgt er sein Ziel wei­ter vor dem Ober­lan­des­ge­richt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm sei zwi­schen dem BVB und dem abge­lös­ten Spie­ler­be­ra­ter kein Mak­ler­ver­trag zustan­de gekom­men, der eine Zah­lungs­pflicht des Ver­eins begrün­de.

Ein Ver­trags­schluss erge­be sich nicht aus den Umstän­den der Kon­takt­auf­nah­me und den anfäng­lich unter Betei­li­gung des Bera­ters geführ­ten Ver­trags­ver­hand­lun­gen. Der BVB habe den Spie­ler­be­ra­ter als Ver­tre­ter des Spie­lers ange­spro­chen und ihn dabei nicht selbst als Mak­ler beauf­tragt. Letz­te­res sei zwar denk­bar, im vor­lie­gen­den Fall aber nicht fest­stell­bar. Dafür spre­che auch nicht, dass ein Ver­ein im Fal­le einer ver­trag­li­chen Eini­gung mit einem Spie­ler regel­mä­ßig auch das Hono­rar des betei­lig­ten Spie­ler­be­ra­ters über­neh­me. Dem kön­ne auch eine erst bei der Ver­trags­ver­län­ge­rung ver­ein­bar­te Zah­lungs­zu­sa­ge zugrun­de lie­gen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschluss vom 24. Sep­tem­ber 2012 – I‑18 U 25/​12