Mak­ler­ver­trag beim Besich­ti­gungs­ter­min

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist in der Ent­ge­gen­nah­me von Mak­ler­diens­ten nicht in jedem Fal­le und nicht ohne wei­te­res der Abschluss eines Mak­ler­ver­trags zu erbli­cken. Aus der Tat­sa­che, dass eine Par­tei sich die Mit­wir­kung des Mak­lers gefal­len lässt, folgt noch nicht not­wen­di­ger­wei­se, dass sie mit dem Mak­ler in Ver­trags­be­zie­hun­gen tre­ten will.

Mak­ler­ver­trag beim Besich­ti­gungs­ter­min

Es ist Sache des Mak­lers, in die­ser Hin­sicht für kla­re Ver­hält­nis­se zu sor­gen. Wenn den Umstän­den nach mit der Mög­lich­keit zu rech­nen ist, dass der Kauf­in­ter­es­sent ihn für den Mak­ler des Ver­käu­fers hal­ten könn­te, muss er ein­deu­tig zum Aus­druck brin­gen, dass er Mak­ler des Käu­fers sein will.

Das geeig­ne­te Mit­tel hier­zu ist ein aus­drück­li­ches Pro­vi­si­ons­ver­lan­gen 1. Ein Kauf­in­ter­es­sent, der in Kennt­nis des ein­deu­ti­gen Pro­vi­si­ons­ver­lan­gens die Diens­te des Mak­lers in Anspruch nimmt, gibt damit grund­sätz­lich in schlüs­si­ger Wei­se zu erken­nen, dass er den in dem Pro­vi­si­ons­be­geh­ren lie­gen­den Antrag auf Abschluss eines Mak­ler­ver­trags anneh­men will 2.

Nach die­sen Grund­sät­zen konn­te in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall nicht von dem Abschluss eines Mak­ler­ver­tra­ges aus­ge­gan­gen wer­den: Selbst wenn die Mak­le­rin durch ihre Teil­nah­me an dem Besich­ti­gungs­ter­min zu erken­nen gege­ben haben soll­te, dass sie Mak­le­rin ist, und selbst wenn die spä­te­ren Erwer­ber bei der Besich­ti­gung von ihr die Über­sen­dung von Grund­riss­zeich­nun­gen erbe­ten hät­ten, liegt dar­in kein kon­klu­den­ter Ver­trags­ab­schluss. Die spä­te­re Erwer­ber muss­ten, da die Mak­le­rin nicht deut­lich gemacht hat, für sie als Mak­le­rin tätig wer­den zu wol­len, nicht damit rech­nen, dass sie im Erfolgs­fall von ihnen eine Pro­vi­si­on bean­spru­chen wür­de. Dies galt hier ins­be­son­de­re des­halb, weil sie nicht die ihnen bis dahin unbe­kann­te Mak­le­rin um die Durch­füh­rung eines Besich­ti­gungs­ter­mins, son­dern einen Drit­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Dezem­ber 2015 – I ZR 172/​14

  1. BGH, Urteil vom 17.09.1998 – III ZR 174/​97, NJW-RR 1999, 361, 362 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 06.12 2001 – III ZR 296/​00, NJW 2002, 817; Urteil vom 16.11.2006 – III ZR 57/​06, NJW-RR 2007, 400 Rn. 13[]