Man­geln­de Bestimmt­heit eines Unter­las­sungs­an­trags

Nach § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO darf ein Unter­las­sungs­an­trag – und nach § 313 Abs. 1 Nr. 4 ZPO eine dar­auf beru­hen­de Ver­ur­tei­lung – nicht der­art undeut­lich gefasst sein, dass der Streit­ge­gen­stand und der Umfang der Prü­fungs- und Ent­schei­dungs­be­fug­nis des Gerichts nicht mehr klar umris­sen sind, der Beklag­te sich des­halb nicht erschöp­fend ver­tei­di­gen kann und im Ergeb­nis dem Voll­stre­ckungs­ge­richt die Ent­schei­dung dar­über über­las­sen bleibt, was dem Beklag­ten ver­bo­ten ist; der Man­gel der Bestimmt­heit des Kla­ge­an­trags ist auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren von Amts wegen zu beach­ten 1.

Man­geln­de Bestimmt­heit eines Unter­las­sungs­an­trags

Die man­geln­de Bestimmt­heit des Unter­las­sungs­an­trags hat nicht zur Fol­ge, dass die­ser Antrag als unzu­läs­sig abzu­wei­sen ist. Viel­mehr ist inso­weit das Beru­fungs­ur­teil auf­zu­he­ben und die Sache an das Beru­fungs­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen, um dem Klä­ger aus Grün­den der pro­zes­sua­len Fair­ness Gele­gen­heit zu geben, das mit die­sem Antrag ver­folg­te Begeh­ren in einen Antrag zu fas­sen, der dem Bestimmt­heits­ge­bot ent­spricht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Juni 2013 – I ZR 55/​12

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 17.07.2003 – I ZR 259/​00, BGHZ 156, 1, 8 f. – Paper­boy; Urteil vom 17.08.2011 – I ZR 108/​09, GRUR 2011, 1043 Rn. 36 = WRP 2011, 1454 – TÜV II; Urteil vom 15.03.2012 – I ZR 128/​10, GRUR-RR 2012, 475 Rn. 16[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 16.11.2006 – I ZR 191/​03, GRUR 2007, 607 Rn. 18 = WRP 2007, 775Tele­fon­wer­bung für "Indi­vi­du­al­ver­trä­ge"; Urteil vom 04.11.2010 – I ZR 118/​09, GRUR 2011, 539 Rn. 18 = WRP 2011, 742Rechts­be­ra­tung durch Lebens­mit­tel­che­mi­ker, jeweils mwN[]