Meh­re­re Schä­di­ger

Die Haf­tungs­ver­bands­re­gel des § 830 BGB durch­bricht das dem BGB inne­woh­nen­de Prin­zip, wonach Scha­dens­er­satz nur von dem­je­ni­gen ver­langt wer­den kann, der den Scha­den ver­ur­sacht hat.

Meh­re­re Schä­di­ger

Die Fall­grup­pen der Vor­schrift sind dadurch gekenn­zeich­net, dass nicht nur eine ein­zi­ge Per­son als Schä­di­ger in Betracht kommt, son­dern an der Ent­ste­hung des Scha­dens meh­re­re Per­so­nen mit­ge­wirkt haben 1.

So ist etwa bei § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB Vor­aus­set­zung, dass bei jedem Betei­lig­ten – vom Nach­weis der Ursäch­lich­keit abge­se­hen – ein den klä­ge­ri­schen Anspruch begrün­den­des Ver­hal­ten gege­ben war, eine der unter dem Begriff "Betei­li­gung" zusam­men­ge­fass­ten Per­so­nen den Scha­den ver­ur­sacht haben muss und nicht fest­stell­bar ist, wel­cher von ihnen den Scha­den – ganz (Urhe­ber­zwei­fel) oder teil­wei­se (Anteils­zwei­fel) – ver­ur­sacht hat 2.

Nur wegen der Mehr­heit der Schä­di­ger dür­fen sich die Kau­sa­li­täts­pro­ble­me stel­len.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 26. Juli 2016 – 1 AZR 160/​14

  1. vgl. Stau­din­ger/E­berl-Bor­ges (2012) § 830 Rn. 2[]
  2. BGH 23.05.2006 – VI ZR 259/​04, Rn. 9[]