Meh­re­re selb­stän­dig tra­gen­de Urteils­grün­de – und die Beru­fungs­be­grün­dung

Hat das Erst­ge­richt die Abwei­sung der Kla­ge auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Beru­fungs­be­grün­dung in die­ser Wei­se jede tra­gen­de Erwä­gung angrei­fen.

Meh­re­re selb­stän­dig tra­gen­de Urteils­grün­de – und die Beru­fungs­be­grün­dung

Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO muss die Beru­fungs­be­grün­dung die Umstän­de bezeich­nen, aus denen sich nach Ansicht des Beru­fungs­klä­gers die Rechts­ver­let­zung und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung erge­ben; nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 ZPO muss sie kon­kre­te Anhalts­punk­te bezeich­nen, die Zwei­fel an der Rich­tig­keit oder Voll­stän­dig­keit der Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen im ange­foch­te­nen Urteil begrün­den und des­halb eine erneu­te Fest­stel­lung gebie­ten.

Hat das Erst­ge­richt die Abwei­sung der Kla­ge auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Beru­fungs­be­grün­dung in die­ser Wei­se jede tra­gen­de Erwä­gung angrei­fen; andern­falls ist das Rechts­mit­tel unzu­läs­sig 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. März 2015 – VI ZB 6/​14

  1. BGH, Beschlüs­se vom 18.10.2005 – VI ZB 81/​04, VersR 2006, 285 Rn. 8 f.; vom 27.01.2015 – VI ZB 40/​14, Rn. 8; BGH, Beschlüs­se vom 15.06.2011 – XII ZB 572/​10, NJW 2011, 2367 Rn. 10; vom 23.10.2012 – XI ZB 25/​11, NJW 2013, 174 Rn. 11; vom 28.01.2014 – III ZB 32/​13 13[]