Miet­erhö­hung – und die Woh­nungs­grö­ße

Der Ver­mie­ter kann gemäß § 558 Abs. 1 Satz 1 BGB die Zustim­mung zur Erhö­hung der Mie­te bis zur orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te ver­lan­gen, enn die Mie­te wie hier in dem Zeit­punkt, zu dem die Erhö­hung ein­tre­ten soll, seit 15 Mona­ten unver­än­dert ist und dass für die Berech­nung der Miet­erhö­hung gemäß § 558 Abs. 1 BGB wie auch für den hier­nach vor­zu­neh­men­den Abgleich mit der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te (§ 558 Abs. 2 Satz 1 BGB) die tat­säch­li­che Grö­ße der ver­mie­te­ten Woh­nung maß­geb­lich ist 1.

Miet­erhö­hung – und die Woh­nungs­grö­ße

Die Beweis­last für die in Ansatz zu brin­gen­de tat­säch­li­che Woh­nungs­grö­ße liegt nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen bei der Ver­mie­te­rin der Woh­nung, die eine Miet­erhö­hung ver­langt 2.

Im hier ent­schie­de­nen Fall sah der Bun­des­ge­richts­hof das Miet­erhö­hungs­ver­lan­gen, aus­ge­hend von einer als orts­üb­lich anzu­set­zen­den Miet­span­ne von "bis zu 9,36 €" pro qm, auch nicht teil­wei­se (in Höhe von 9,36 € x die vom Mie­ter zuge­stan­de­nen qm Wohn­flä­che) als begrün­det an. Denn nach dem kla­ren Wort­laut des Miet­erhö­hungs­ver­lan­gens soll­te die Mie­te nicht um den obers­ten Wert der Span­ne des Miet­spie­gel­fel­des erhöht wer­den, son­dern "um 0,66 € pro Qua­drat­me­ter Wohn­flä­che […], so dass die neue Net­to­kalt­mie­te sich auf 8,63 € pro Qua­drat­me­ter […] beläuft". Damit hat die Ver­mie­te­rin die für die Woh­nung ange­mes­se­ne Mie­te auf 8,63 € pro Qua­drat­me­ter fest­ge­legt und gera­de nicht den obers­ten Wert der Span­ne ange­setzt. Hier­nach ergab sich aus­ge­hend von der gerin­ge­ren Wohn­flä­chekein über die der­zei­ti­ge Net­to­kalt­mie­te hin­aus­ge­hen­der Betrag.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Febru­ar 2019 – VIII ZR 255/​17

  1. BGH, Urtei­le vom 18.11.2015 – VIII ZR 266/​14, BGHZ 208, 18 Rn. 10; vom 31.05.2017 – VIII ZR 181/​16, aaO Rn. 10 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 31.05.2017 – VIII ZR 181/​16, aaO Rn. 13[]