Miet­män­gel – und die Bemes­sung des Zurück­be­hal­tungs­rechts des Mie­ters

Bei der Bemes­sung des Leis­tungs­ver­wei­ge­rungs­rechts des Wohn­raum­mie­ters aus § 320 Abs. 1, 2 BGB sind die Beson­der­hei­ten des Miet­ver­hält­nis­ses als Dau­er­schuld­ver­hält­nis zu beach­ten 1.

Miet­män­gel – und die Bemes­sung des Zurück­be­hal­tungs­rechts des Mie­ters

Denn dabei kann das man­gel­be­ding­te Ungleich­ge­wicht nur für die Zukunft besei­tigt wer­den, wäh­rend dem Äqui­va­lenz­ver­hält­nis für bereits abge­lau­fe­ne Zeit­ab­schnit­te bereits dadurch Rech­nung getra­gen ist, dass der Mie­ter gemäß § 536 BGB nur eine gemin­der­te Mie­te zu zah­len hat.

Es ist daher grund­sätz­lich ver­fehlt, das Leis­tungs­ver­wei­ge­rungs­recht des Wohn­raum­mie­ters aus § 320 BGB ohne zeit­li­che Begren­zung auf einen mehr­fa­chen Betrag der monat­li­chen Min­de­rung oder der Man­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten zu bemes­sen.

Ins­be­son­de­re muss der ins­ge­samt ein­be­hal­te­ne Betrag in einer ange­mes­se­nen Rela­ti­on zu der Bedeu­tung des Man­gels ste­hen, so dass das Zurück­be­hal­tungs­recht grund­sätz­lich betrags­mä­ßig begrenzt ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Okto­ber 2015 – VIII ZR 288/​14

  1. BGH, Urteil vom 17.06.2015 – VIII ZR 19/​14, WM 2015, 1473 Rn. 62, 64[]
  2. BGH, Urteil vom 17.06.2015 – VIII ZR 19/​14, aaO Rn. 64[]