Miet­min­de­rung und das Ver­schul­den des Mie­ters

Ein zur Miet­min­de­rung füh­ren­der Man­gel der Miet­sa­che liegt grund­sätz­lich auch dann vor, wenn eine Beschä­di­gung der Miet­sa­che auf ein Ver­schul­den des Mie­ters zurück­zu­füh­ren ist. In einem sol­chen Fall ist der Ver­ur­sa­chungs­an­teil des Mie­ters bei der Bestim­mung der Min­de­rungs­quo­te zu berück­sich­ti­gen.

Miet­min­de­rung und das Ver­schul­den des Mie­ters

Schim­mel­bil­dung auf­grund von Feuch­tig­keit in der Woh­nung stellt nach der stän­di­gen Recht­spre­chung einen Miet­man­gel im Sin­ne des § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB dar [1]. Hier­an ändert sich auch dann nichts, wenn der Schim­mel nur teil­wei­se durch ein Ver­schul­den des Ver­mie­ters bzw. bau­li­che Män­gel ver­ur­sacht wird, teil­wei­se oder über­wie­gend jedoch durch ein feh­ler­haf­tes Nut­zungs­ver­hal­ten des Mie­ters [2]. Denn für die Man­gel­haf­tig­keit und die damit ver­bun­de­ne Ein­schrän­kung der Nut­zungs­mög­lich­keit spielt es noch kei­ne Rol­le, ob der Mie­ter den Man­gel mög­li­cher­wei­se mit­ver­ur­sacht hat. Meh­re­re für einen Man­gel kau­sa­le Ursa­chen sind viel­mehr im Rah­men der Bemes­sung der Min­de­rungs­quo­te zu berück­sich­ti­gen [3].

Amts­ge­richt Bühl, Urteil vom 29. August 2011 – 3 C 359/​08

  1. vgl. hier­zu Schmidt-Fut­te­rer-Eisen­schmied, 10. Auf­la­ge, § 536 Rn. 203 ff. m. w. N. aus der Recht­spre­chung[]
  2. eben­so LG Ber­lin, Urteil vom 04.06.2009 – 67 S 279/​08; LG Han­no­ver, Urteil vom 27.01.1982 – 11 S 322/​81[]
  3. eben­so LG Ber­lin, a. a. O.[]