Miet­min­de­rung wegen Strom­sper­re

Eine auf einen Zah­lungs­rück­stand des Mie­ters einer Woh­nung gegen­über dem Strom­ver­sor­ger beru­hen­de Unter­bre­chung der Strom­lie­fe­rung (Aus­bau des Strom­zäh­lers) führt nicht zu einer Min­de­rung der Mie­te, da die­ser Man­gel der Sphä­re des Mie­ters zuzu­rech­nen ist.

Miet­min­de­rung wegen Strom­sper­re

Dass die Strom­ver­sor­gung der Miet­woh­nung infol­ge des Aus­baus der Mess­ein­rich­tung (Strom­zäh­ler) zeit­wei­se unter­bro­chen war, hat kei­ne Min­de­rung der Mie­te gemäß § 536 BGB zur Fol­ge. Zwar liegt inso­weit ein Man­gel der Woh­nung vor, als ihre Gebrauchs­taug­lich­keit dadurch beein­träch­tigt war, dass der Mie­ter ohne die Mess­ein­rich­tung kei­nen Strom von einem (neu­en) Ver­sor­ger bezie­hen konn­te. Die­ser Man­gel führ­te jedoch nicht zu einer Min­de­rung der Mie­te gemäß § 536 BGB. Eine Min­de­rung ist aus­ge­schlos­sen, wenn ein Man­gel der Sphä­re des Mie­ters zuzu­rech­nen ist 1. So ist es hier.

Die Unter­bre­chung der Anschluss­nut­zung und die phy­si­sche Tren­nung der Ent­nah­me­stel­le der Woh­nung des Mie­ters vom Netz erfolg­te in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall auf eine ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Ver­sor­gers des Mie­ters, weil der Mie­ter sich wei­ger­te, dem Ver­sor­ger die Kos­ten für die vor­aus­ge­gan­ge­ne Sper­rung und Ent­sper­rung des Anschlus­ses in Höhe von 89,50 € zu erstat­ten, die wegen eines Zah­lungs­rück­stands des Mie­ters gegen­über dem Ver­sor­ger ent­stan­den waren. Die­se Vor­gän­ge rüh­ren aus­schließ­lich aus dem Strom­be­lie­fe­rungs­ver­hält­nis des Mie­ters mit sei­nem Ver­sor­ger her und sind der Sphä­re des Mie­ters, nicht der Risi­ko­sphä­re des Ver­mie­ters zuzu­rech­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Dezem­ber 2010 – VIII ZR 113/​10

  1. Münch­Komm-BGB/Häub­lein, 5. Aufl., § 536 Rn. 32 mwN; Schmidt-Fut­te­rer/Ei­sen­schmid, Miet­recht, 9. Aufl., § 536 BGB Rn. 572[]