Mut­maß­li­che Ein­wil­li­gung – und die feh­ler­haf­te Auf­klä­rung

Kann eine Ein­wil­li­gung für eine unauf­schieb­ba­re Maß­nah­me nicht recht­zei­tig ein­ge­holt wer­den, darf sie ohne Ein­wil­li­gung durch­ge­führt wer­den, wenn sie dem mut­maß­li­chen Wil­len des Pati­en­ten ent­spricht (§ 630d Abs. 1 Satz 4 BGB) 1.

Mut­maß­li­che Ein­wil­li­gung – und die feh­ler­haf­te Auf­klä­rung

In die­sem Fall ist auch eine Auf­klä­rung ent­behr­lich (§ 630e Abs. 3 BGB).

Das kommt indes nicht in Betracht, wenn der Ein­griff (ohne wei­te­res) an die­sem Tag hät­te unter­blei­ben und damit bis nach einer Auf­klä­rung und Ein­wil­li­gung der Pati­en­tin ver­scho­ben wer­den kön­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Mai 2019 – VI ZR 119/​18

  1. BGH, Urteil vom 16.02.1993 – VI ZR 300/​91, aaO, Rn. 21; vgl. Geiß/​Greiner, Arzt­haft­pflicht­recht, 7. Aufl., Rn. C 102 ff.; Frahm/​Walter, Arzt­haf­tungs­recht, 6. Aufl., Rn. 212