Nach­be­leh­rung eines Ver­brau­chers

Die Nach­be­leh­rung eines Ver­brau­chers nach § 355 Abs. 2 BGB über ein bestehen­des Wider­rufs­recht muss einen für den Ver­brau­cher erkenn­ba­ren Bezug zu sei­ner frü­he­ren Ver­trags­er­klä­rung auf­wei­sen, der ihm deut­lich macht, dass ein Beleh­rungs­man­gel im Nach­hin­ein aus­ge­gli­chen wer­den soll 1.

Nach­be­leh­rung eines Ver­brau­chers

Gemäß § 355 Abs. 2 Satz 2 BGB 2 in Ver­bin­dung mit Art. 229 § 9 Abs. 2 EGBGB ist eine nach­träg­li­che Wider­rufs­be­leh­rung auch in Bezug auf – wie hier – vor dem Inkraft­tre­ten des Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes vom 26. Novem­ber 2001 3 geschlos­se­ne Alt­ver­trä­ge mög­lich 4.

Die Nach­be­leh­rung unter­liegt den­sel­ben gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen wie eine recht­zei­ti­ge Beleh­rung. Sie muss umfas­send, unmiss­ver­ständ­lich und für den Ver­brau­cher ein­deu­tig sein. Der Ver­brau­cher soll dadurch nicht nur von sei­nem Wider­rufs­recht Kennt­nis erlan­gen, son­dern auch in die Lage ver­setzt wer­den, die­ses aus­zu­üben.

Um die vom Gesetz bezweck­te Ver­deut­li­chung des Rechts zum Wider­ruf nicht zu beein­träch­ti­gen, darf auch die nach­träg­li­che Wider­rufs­be­leh­rung kei­ne zusätz­li­chen Erklä­run­gen ent­hal­ten, die einen eige­nen Inhalt auf­wei­sen und weder für das Ver­ständ­nis noch für die Wirk­sam­keit der Beleh­rung von Bedeu­tung sind und des­halb von ihr ablen­ken oder den Ver­brau­cher ver­wir­ren kön­nen 5.

Eine Nach­be­leh­rung muss zudem nach § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB einen für den Ver­brau­cher erkenn­ba­ren Bezug zu sei­ner frü­he­ren Ver­trags­er­klä­rung auf­wei­sen, der ihm deut­lich macht, dass ein Beleh­rungs­man­gel im Nach­hin­ein aus­ge­gli­chen wer­den soll 6.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Febru­ar 2011 – XI ZR 148/​10

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 26.10.2010 – XI ZR 367/​07[]
  2. in der seit dem 1. August 2002 gel­ten­den Fas­sung[]
  3. BGBl. I S. 3138[]
  4. BGH, Urteil vom 26.10.2010 – XI ZR 367/​07, WM 2011, 23 Rn. 25[]
  5. vgl. hier­zu BGH, Urtei­le vom 13.01.2009 – XI ZR 118/​08, WM 2009, 350 Rn. 14; und vom 10.03.2009 – XI ZR 33/​08, BGHZ 180, 123 Rn. 14 f., jeweils mwN[]
  6. BGH, Urteil vom 26.10.2010 – XI ZR 367/​07, WM 2011, 23 Rn. 26[]