Nach­ge­las­se­ner Schrift­satz und das recht­li­che Gehör des Pro­zess­geg­ners

Das Vor­brin­gen einer Par­tei, das auf einen gewähr­ten Schrift­satz­nach­lass hin erfolgt, ist nach § 296a Satz 2 ZPO zu berück­sich­ti­gen, soweit es mit dem erteil­ten Hin­weis im Zusam­men­hang steht [1]. Hat das Gericht einer Par­tei eine Schrift­satz­frist gemäß § 139 Abs. 5 ZPO gewährt, so ist dem Geg­ner zum nach­ge­reich­ten Schrift­satz recht­li­ches Gehör zu gewäh­ren [2]. Dies gilt zumin­dest dann, wenn das nach­ge­las­se­ne Vor­brin­gen vom Gericht als ent­schei­dungs­er­heb­lich ange­se­hen wird und damit eine Stel­lung­nah­me des Geg­ners erfor­dert [3].

Nach­ge­las­se­ner Schrift­satz und das recht­li­che Gehör des Pro­zess­geg­ners

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. März 2010 – I ZR 1/​09

  1. Musielak/​Stadler, ZPO, 7. Aufl., § 139 Rdn. 30; Prüt­ting in Prütting/​Gehrlein, ZPO, § 139 Rdn. 20; Zöller/​Greger, ZPO, 28. Aufl., § 139 Rdn. 14; MünchKomm.ZPO/Prütting, 3. Aufl., § 296a Rdn. 6[]
  2. Dep­penk­em­per in Prütting/​Gehrlein aaO § 296a Rdn. 6 a.E.[]
  3. Musielak/​Stadler aaO § 139 Rdn. 30; Zöller/​Greger aaO § 139 Rdn. 14 und § 296a Rdn. 4; MünchKomm.ZPO/Wagner aaO § 139 Rdn. 58; sie­he auch BGH, Beschluss vom 15.2.2005 – XI ZR 144/​03, BGH-Rep. 2005, 936[]