Neben­kos­ten­vor­aus­zah­lun­gen trotz Abrech­nungs­rei­fe

Ein Ver­mie­ter kann den Anspruch auf Zah­lung von Neben­kos­ten nicht dar­auf stüt­zen, dass im ursprüng­li­chen Miet­ver­trag ent­spre­chen­de Vor­aus­zah­lun­gen ver­ein­bart waren. wenn bereits Abrech­nungs­rei­fe ein­ge­tre­ten ist 1.

Neben­kos­ten­vor­aus­zah­lun­gen trotz Abrech­nungs­rei­fe

Allen­falls kann der Ver­mie­ter Neben­kos­ten – bis zur Höhe der geschul­de­ten Vor­aus­zah­lun­gen – inso­weit noch bean­spru­chen kön­nen, als sie durch (gege­be­nen­falls auch nach­träg­lich) erteil­te Neben­kos­ten­ab­rech­nun­gen gerecht­fer­tigt wären 2.

Ein Anspruch des Ver­mie­ters auf Zah­lung der begehr­ten Neben­kos­ten ergibt sich auch nicht aus einer kon­klu­den­ten ver­trag­li­chen Ände­rung der Neben­kos­ten­ver­ein­ba­rung dahin­ge­hend, dass die ver­ein­bar­ten Zah­lun­gen nun­mehr als Pau­scha­le geschul­det sein soll­ten. Ins­be­son­de­re hat der Mie­ter eine sol­che Ver­ein­ba­rung mit dem Ver­mie­ter still­schwei­gend dadurch abge­schlos­sen, dass er in der Fol­ge­zeit kei­ne Abrech­nung ver­langt hat.

Die blo­ße Nicht­ab­rech­nung von Neben­kos­ten­vor­aus­zah­lun­gen durch den Ver­mie­ter kann – aus der maß­geb­li­chen Emp­fän­ger­sicht des Mie­ters – regel­mä­ßig schon nicht als Ange­bot einer Ände­rung der miet­ver­trag­li­chen Umla­ge­ver­ein­ba­rung oder des Ver­zichts auf eine Abrech­nung ange­se­hen wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. März 2016 – VIII ZR 326/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 16.06.2010 – VIII ZR 258/​09, NZM 2010, 736 Rn. 22[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 22.09.2010 – VIII ZR 285/​09, NJW 2011, 143 Rn. 44 f.; vom 31.07.2007 – VIII ZR 261/​06, NJW 2008, 142 Rn. 25; vom 09.03.2005 – VIII ZR 57/​04, NJW 2005, 1499 unter II 5 c[]
  3. BGH, Urteil vom 13.02.2008 – VIII ZR 14/​06, NJW 2008, 1302 Rn. 10[]