Nega­ti­ve Fest­stel­lungs­kla­ge – und die Dar­le­gungs- und Beweis­last

Die Beklag­te ist für die Vor­aus­set­zun­gen des Anspruchs, des­sen Bestehen der Klä­ger mit sei­ner nega­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge bestrei­tet, dar­le­gungs- und beweis­pflich­tig.

Nega­ti­ve Fest­stel­lungs­kla­ge – und die Dar­le­gungs- und Beweis­last

Dabei ist von dem all­ge­mei­nen pro­zes­sua­len Grund­satz aus­zu­ge­hen, dass jede Par­tei die­je­ni­gen Tat­sa­chen dar­le­gen und bewei­sen muss, aus denen sie ihren Anspruch her­lei­tet. Den Anspruch­stel­ler trifft daher die Beweis­last für alle rechts­be­grün­den­den Tat­sa­chen, wobei es gleich­gül­tig ist, in wel­cher Par­tei­rol­le er sich dabei befin­det.

Bei der nega­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge muss der Fest­stel­lungs­klä­ger des­halb ledig­lich bewei­sen, dass sich der Beklag­te eines Anspruchs auf­grund eines bestimm­ten Lebens­sach­ver­halts berühmt.

Dem­ge­gen­über obliegt dem Anspruch­stel­ler in der Rol­le des Fest­stel­lungs­be­klag­ten der Beweis der­je­ni­gen Tat­sa­chen, aus denen er sei­nen Anspruch her­lei­tet, denn auch bei der leug­nen­den Fest­stel­lungs­kla­ge ist – wenn auch mit umge­kehr­ten Par­tei­rol­len – Streit­ge­gen­stand der mate­ri­el­le Anspruch, um des­sen Nicht­be­stehen gestrit­ten wird.

Des­halb ist die Umkehr der Par­tei­rol­len bei der nega­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge auf die Dar­le­gungs- und Beweis­last­ver­tei­lung ohne Ein­fluss [1].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 11. Juni 2020 – 2 AZR 442/​19

  1. vgl. BGH 17.07.2012 – XI ZR 198/​11, Rn. 35 mwN[]