Neu­er unstrei­ti­ger Vor­trag in der Beru­fungs­in­stanz

Ist der neue Vor­trag in der Beru­fungs­in­stanz unstrei­tig geblie­ben, darf er vom Beru­fungs­ge­richt nicht gemäß § 531 Abs. 2 Nr. 3 ZPO zurück­ge­wie­sen wer­den.

Neu­er unstrei­ti­ger Vor­trag in der Beru­fungs­in­stanz

Denn unstrei­ti­ge Tat­sa­chen, die erst­mals im Beru­fungs­rechts­zug vor­ge­tra­gen wer­den, sind stets zu berück­sich­ti­gen [1], und zwar selbst dann, wenn der unstrei­ti­ge Vor­trag im Hin­blick auf Fol­ge­fra­gen eine Beweis­auf­nah­me erfor­dert [2]. Für die unstrei­ti­ge Ein­re­de gilt nichts ande­res [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Janu­ar 2016 – XI ZR 200/​15

  1. BGH, Urteil vom 18.11.2004 – IX ZR 229/​03, BGHZ 161, 138, 141 ff.; Beschluss vom 23.06.2008 GSZ 1/​08, BGHZ 177, 212 Rn. 10[]
  2. BGH, Urtei­le vom 18.11.2004 – IX ZR 229/​03, BGHZ 161, 138, 144 f.; und vom 16.10.2008 – IX ZR 135/​07, VersR 2010, 86 Rn. 22[]
  3. BGH, Beschluss vom 23.06.2008 GSZ 1/​08, BGHZ 177, 212 Rn. 11[]