Neu­ord­nung der Amts­ge­rich­te in Meck­len­burg-Vor­pom­mern

Das meck­len­burg-vor­pom­mer­sche Lan­des­ka­bi­nett in Schwe­rin hat den Ent­wurf zum Gerichts­struk­tur­neu­ord­nungs­ge­setz in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht. Zukünf­tig sol­len in Meck­len­burg-Vor­pom­mern statt bis­her 21 nur noch zehn Amts­ge­rich­te mit sechs Zweig­stel­len Recht spre­chen.

Neu­ord­nung der Amts­ge­rich­te in Meck­len­burg-Vor­pom­mern

Mit der Reform sol­len ins­ge­samt fast 34 Mil­lio­nen Euro über 25 Jah­re gerech­net ein­ge­spart wer­den. Die Arbeit der heu­te 21 Amts­ge­rich­te soll in Zukunft an 16 Stand­or­ten gebün­delt wer­den. Das Gesetz soll im Okto­ber 2014 in Kraft tre­ten und im Wesent­li­chen Ende 2015 umge­setzt sein.

Gerichtsstrukturreform_Mecklenburg-Vorpommern_2013
Ordent­li­che Gerichts­brkeit in Meck­len­burg-Vor­pom­mern nach der geplan­ten Gerichts­struk­tur­re­form

Wird die Reform so wie jetzt geplant umge­setzt, wer­den im Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern zukünf­tig Amts­ge­rich­te nur noch in Greifs­wald, Güs­trow, Lud­wigs­lust, Neu­bran­den­burg, Pase­walk, Ros­tock, Schwe­rin, Stral­sund, Waren und Wis­mar bestehen. Die bis­he­ri­gen Amts­ge­rich­te in Anklam, Ber­gen, Dem­min, Gre­ves­müh­len, Neu­stre­litz und Par­chim wer­den zu – gesetz­lich ver­an­ker­ten – Zweig­stel­len der benach­bar­ten Amts­ge­rich­te. Die bis­he­ri­gen Amts­ge­rich­te in Uecker­mün­de, Hage­now, Rib­nitz-Dam­gar­ten, Wol­gast und Bad Doberan sol­len ersatz­los ent­fal­len.

An den künf­ti­gen Amts­ge­rich­ten sol­len alle Berei­che des Zivil­rechts, Straf­rechts, Fami­li­en­rechts und der Frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit abge­deckt wer­den. In den Zweig­stel­len sol­len vor­ran­gig nur noch Betreu­ungs­sa­chen bear­bei­tet, Bera­tungs­hil­fe­sa­chen und Rechts­an­trä­ge ange­nom­men sowie Jugend­straf­sa­chen ver­han­delt wer­den; zum Teil sol­len dort die Grund­buch­äm­ter unter­ge­bracht wer­den.

Zusätz­lich wer­den noch amts­be­zirks­über­grei­fen­de Koope­ra­tio­nen beim Ver­eins­re­gis­ter und den Hin­ter­le­gungs­stel­len ange­strebt. Die Ver­eins­re­gis­ter­sa­chen sol­len an den Stand­or­ten
der ande­ren regis­ter­füh­ren­den Gerich­te kon­zen­triert wer­den, also an den Stand­or­ten am Sitz der Land­ge­rich­te. Außer­dem sol­len die Hin­ter­le­gungs­stel­len der­art kon­zen­triert wer­den, dass nur noch eine Stel­le pro Land­ge­richts­be­zirk ver­bleibt. Dies sol­len eben­falls die Amts­ge­rich­te am Stand­ort der Land­ge­rich­te sein.

Mit die­ser Neu­ord­nung der Amts­ge­rich­te ist die Gerichts­re­form in Meck­len­burg-Vor­pom­mern aller­dings noch nicht abge­schlos­sen. Im Zuge der Gerichts­re­form ste­hen wei­te­re Stand­ort- und Struk­tur­ver­än­de­run­gen in der Fach­ge­richts­bar­keit zur Dis­kus­si­on. Das betrifft ins­be­son­de­re das Lan­des­so­zi­al­ge­richt, die Arbeits­ge­rich­te und die Ver­wal­tungs­ge­rich­te.