Nich­tig­keits­kla­ge – weil der Geg­ner nicht ver­tre­ten war?

Der Antrag­stel­ler, der dem Vor­pro­zess auf Sei­ten des Beklag­ten bei­getre­ten war, kann nicht gel­tend machen, es lie­ge der Nich­tig­keits­grund des § 579 Abs. 1 Nr. 4 ZPO vor, weil die Klä­ger im Vor­pro­zess nicht ord­nungs­ge­mäß ver­tre­ten gewe­sen sei­en.

Nich­tig­keits­kla­ge – weil der Geg­ner nicht ver­tre­ten war?

Zur Gel­tend­ma­chung die­ses Nich­tig­keits­grun­des ist nur die Par­tei berech­tigt, die in dem vor­an­ge­gan­ge­nen Rechts­streit nicht ord­nungs­ge­mäß ver­tre­ten war, nicht aber ihr Geg­ner 1 und damit auch nicht der Neben­in­ter­ve­ni­ent die­ses Geg­ners.

Denn das Erfor­der­nis der ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­tre­tung dient nur dem Schutz der zu ver­tre­ten­den Par­tei. Der in dem Rechts­streit unter­le­ge­ne Geg­ner und eben­so sein Neben­in­ter­ve­ni­ent sind nicht dadurch beschwert, dass die ande­re Par­tei nicht ord­nungs­ge­mäß ver­tre­ten war 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Okto­ber 2016 – XI ZA 4/​16

  1. BGH, Urteil vom 20.09.1974 – IV ZR 55/​73, BGHZ 63, 78, 79; sowie Beschlüs­se vom 11.05.1988 – IVb ZB 191/​87; und vom 17.12 2015 – IX ZA 37/​15[]
  2. vgl. BGH aaO[]