Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und die einst­wei­li­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung

Wird gegen ein für vor­läu­fig voll­streck­bar erklär­tes Urteil, in dem die Revi­si­on nicht zuge­las­sen wor­den ist, Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt, ord­net das Revi­si­ons­ge­richt die einst­wei­li­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung nach § 719 Abs. 2 ZPO an, wenn die Voll­stre­ckung dem Schuld­ner einen nicht zu erset­zen­den Nach­teil brin­gen wür­de und kein über­wie­gen­des Inter­es­se des Gläu­bi­gers ent­ge­gen­steht.

Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und die einst­wei­li­ge Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung

Die Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung durch das Revi­si­ons­ge­richt kommt nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aller­dings grund­sätz­lich nicht in Betracht, wenn der Schuld­ner es ver­säumt hat, im Beru­fungs­rechts­zug einen Voll­stre­ckungs­schutz­an­trag nach § 712 Abs. 1 ZPO zu stel­len 1.

Unter die­sen Umstän­den kommt die Ein­stel­lung der Zwangs­voll­stre­ckung nach § 719 Abs. 2 ZPO nur aus­nahms­wei­se dann in Betracht, wenn es dem Schuld­ner aus beson­de­ren Grün­den nicht mög­lich oder nicht zumut­bar war, einen Voll­stre­ckungs­schutz­an­trag zu stel­len 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Juli 2014 – X ZR 68/​13

  1. BGH, Beschluss vom 04.06.2008 – XII ZR 55/​08, NJW-RR 2008, 1038 Rn. 5; Beschluss vom 20.03.2012 – V ZR 275/​11, NJW 2012, 1292 Rn. 5[]
  2. BGH, NJW 2012, 1292 Rn. 5[]