Noch­ma­li­ge Zeu­gen­ver­neh­mung in der Beru­fungs­in­stanz

Von einer Ver­let­zung die­ser Pflicht ist nicht nur beim Über­ge­hen des Vor­trags, son­dern auch dann aus­zu­ge­hen, wenn die Begrün­dung der Ent­schei­dung den Schluss dar­auf zulässt, dass sie auf einer allen­falls den Wort­laut, aber nicht den Sinn des Vor­trags der Par­tei erfas­sen­den Wahr­neh­mung beruht. Setzt sich das Gericht mit dem Par­tei­vor­trag nicht inhalt­lich aus­ein­an­der, son­dern mit Leer­for­meln dar­über hin­weg, ver­letzt es das Ver­fah­rens­grund­recht nach Art. 103 Abs. 1 GG 1.

Noch­ma­li­ge Zeu­gen­ver­neh­mung in der Beru­fungs­in­stanz

Eine noch­ma­li­ge Ver­neh­mung kann allen­falls dann unter­blei­ben, wenn das Rechts­mit­tel­ge­richt sich auf sol­che Umstän­de stützt, die weder die Urteils­fä­hig­keit, das Erin­ne­rungs­ver­mö­gen oder die Wahr­heits­lie­be des Zeu­gen noch die Voll­stän­dig­keit oder Wider­spruchs­frei­heit sei­ner Aus­sa­ge betref­fen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Janu­ar 2017 – VII ZR 184/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 24.08.2016 – VII ZR 41/​14, BauR 2017, 106 Rn. 21 m.w.N. = NZBau 2016, 746; Beschluss vom 09.02.2009 – II ZR 77/​08, BauR 2009, 1003 Rn. 3 f.[]
  2. BGH, Beschluss vom 04.07.2013 – VII ZR 165/​12, BauR 2013, 1726 Rn. 12[]