Not­an­walt nach Man­dats­nie­der­le­gung

Nach § 78b Abs. 1 ZPO hat das Gericht, soweit eine Ver­tre­tung durch Anwäl­te gebo­ten ist, einer Par­tei auf ihren Antrag einen Not­an­walt bei­zu­ord­nen, wenn sie einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt nicht fin­det und die Rechts­ver­fol­gung nicht mut­wil­lig oder aus­sichts­los erscheint.

Not­an­walt nach Man­dats­nie­der­le­gung

Die Vor­aus­set­zun­gen hier­für sind nur erfüllt, wenn die Par­tei zumut­ba­re Anstren­gun­gen unter­nom­men und ihre ver­geb­li­chen Bemü­hun­gen, einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt zu fin­den, dem Gericht sub­stan­ti­iert dar­ge­legt sowie gege­be­nen­falls nach­ge­wie­sen hat1.

Hat die Par­tei – wie hier – zunächst einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt gefun­den und ent­spre­chend man­da­tiert, so kommt im Fal­le einer spä­te­ren Man­dats­nie­der­le­gung die Bei­ord­nung eines Not­an­walts nur dann in Betracht, wenn die Par­tei die Been­di­gung des Man­dats nicht zu ver­tre­ten hat. Dabei hat die Par­tei dar­zu­le­gen, dass die Been­di­gung des Man­dats nicht auf ihr Ver­schul­den zurück­zu­füh­ren ist2. Dies hat inner­halb der lau­fen­den Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­frist zu gesche­hen3.

Hier­an fehl­te es im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall. Die Beklag­te hat nichts dazu vor­ge­tra­gen, war­um das Man­dat mit den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten Rechts­an­wäl­ten Dr. M. und Part­ner nicht wei­ter fort­ge­führt und been­det wor­den ist.

Zudem muss die Par­tei im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ge­richts­hof sub­stan­ti­iert dar­le­gen und nach­wei­sen, sich ohne Erfolg an eine aus­rei­chen­de Zahl bei dem Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­ner Rechts­an­wäl­te gewandt zu haben4.

Auch dar­an fehlt es hier. Zwar hat die Beklag­te in ihrem am 27.06.2018 und damit am letz­ten Tag der Begrün­dungs­frist für die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­gan­ge­nen Antrag sechs nament­lich bezeich­ne­te, am Bunb)) Zudem muss die Par­tei im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ge­richts­hof sub­stan­ti­iert dar­le­gen und nach­wei­sen, sich ohne Erfolg an eine aus­rei­chen­de Zahl bei dem Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­ner Rechts­an­wäl­te gewandt zu haben5.

Auch dar­an fehlt es hier. Zwar hat die Beklag­te in ihrem am 27.06.2018 und damit am letz­ten Tag der Begrün­dungs­frist für die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­gan­ge­nen Antrag sechs nament­lich bezeich­ne­te, am Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­ne Rechts­an­wäl­te benannt. Dem Antrag waren jedoch kei­ner­lei Nach­wei­se bei­gefügt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. August 2018 – VIII ZR 75/​18

  1. BGH, Beschluss vom 17.01.2018 – XII ZB 500/​17 3 []
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 05.06.2018 – XI ZR 610/​17 3; vom 18.12 2013 – III ZR 122/​13, NJW-RR 2014, 378 Rn. 9; vom 24.06.2014 – VI ZR 226/​13, NJW 2014, 3247 Rn. 2; jeweils mwN []
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 15.11.2017 – IV ZR 131/​17 7; vom 18.12 2012 – VIII ZB 239/​12, NJW 2013, 1011 Rn. 3 []
  4. BGH, Beschlüs­se vom 12.03.2018 – V ZA 51/​17 2 mwN, sowie vom 27.04.2018 in dem­sel­ben Ver­fah­ren 3 f. []
  5. BGH, Beschlüs­se vom 12.03.2018 – V ZA 51/​17 2 mwN, sowie vom 27.04.2018 in dem­sel­ben Ver­fah­ren 3 f. []