Not­an­walt nach Man­dats­nie­der­le­gung

Hat die Par­tei zunächst einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt gefun­den und man­da­tiert, kommt im Fall einer spä­te­ren Man­dats­nie­der­le­gung die Bestel­lung eines Not­an­walts nur in Betracht, wenn sie die Been­di­gung des Man­dats nicht zu ver­tre­ten hat 1.

Not­an­walt nach Man­dats­nie­der­le­gung

Dabei hat die Par­tei dar­zu­le­gen, dass die Been­di­gung des Man­dats nicht auf ihr Ver­schul­den zurück­zu­füh­ren ist 2.

Hier­an fehl­te es in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Bestel­lung eines Not­an­walts kann nicht des­halb ver­langt wer­den, weil der zur Ver­tre­tung berei­te Rechts­an­walt beim Bun­des­ge­richts­hof nicht wil­lens war, eine Revi­si­ons- oder Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­be­grün­dung nach den Vor­stel­lun­gen oder gar Vor­ga­ben der Par­tei zu fer­ti­gen, oder weil er das Rechts­mit­tel für unzu­läs­sig oder unbe­grün­det hält. Denn es lie­fe dem Zweck der Zulas­sungs­be­schrän­kung für Rechts­an­wäl­te beim Bun­des­ge­richts­hof zuwi­der, wenn die Par­tei einen Anspruch dar­auf hät­te, ihre Rechts­an­sicht gegen die des – auf das Revi­si­ons­recht spe­zia­li­sier­ten – Rechts­an­walts durch­zu­set­zen 3.

Im Übri­gen ist die Rechts­ver­fol­gung aus­sichts­los. Aus­sichts­lo­sig­keit ist immer dann gege­ben, wenn ein güns­ti­ges Ergeb­nis der beab­sich­tig­ten Rechts­ver­fol­gung auch bei anwalt­li­cher Bera­tung ganz offen­bar nicht erreicht wer­den kann 4. Dies ist hier der Fall. Auch ein zuge­las­se­ner, dem Klä­ger zur Rechts­ver­fol­gung bei­geord­ne­ter Rechts­an­walt wäre nicht in der Lage, des­sen Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de im Hin­blick auf die Dar­le­gung von Zulas­sungs­grün­den gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO erfolg­reich zu begrün­den. Denn es ist nicht ersicht­lich, dass die Rechts­sa­che eine über den Streit der Par­tei­en hin­aus­ge­hen­de grund­sätz­li­che Bedeu­tung hät­te oder die Streit­ent­schei­dung durch das Revi­si­ons­ge­richt zur Fort­bil­dung des Rechts oder zur Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung erfor­der­lich wäre.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Febru­ar 2018 – IX ZR 155/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 12.03.2014 – V ZR 253/​13, nv Rn. 1; vom 18.12 2013 – III ZR 122/​13, WM 2014, 425 Rn. 9 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 18.12 2013 aaO mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 16.09.2015 – V ZR 81/​15, NJW 2016, 81 Rn. 4 mwN; vom 12.03.2014, aaO Rn. 2[]
  4. BGH, Beschluss vom 06.07.1988 – IVb ZB 147/​87, Fam­RZ 1988, 1152, 1153[]