Nota­ri­el­le Beleh­rungs­pflich­ten bei der Grund­schuld­be­stel­lung

Beur­kun­det der Notar die Bestel­lung einer Buch­grund­schuld und zugleich den Rang­rück­tritt eines bereits ein­ge­tra­ge­nen, im Grund­buch als Eigen­tü­mer­brief­grund­schuld bezeich­ne­ten Grund­pfand­rechts, ohne dass ihm der Grund­schuld­brief vor­ge­legt wird, hat er nach § 17 Abs. 1 BeurkG auf die Fol­gen hin­zu­wei­sen, die sich aus dem Feh­len der Brief­vor­la­ge erge­ben kön­nen. Da die­se dar­in lie­gen kön­nen, dass der beur­kun­de­te Rang­rück­tritt unwirk­sam ist, weil dem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer auf­grund der Abtre­tung der Brief­grund­schuld die Ver­fü­gungs­be­fug­nis fehlt, bezweckt die Hin­weis­pflicht auch den Schutz des an der Beur­kun­dung nicht betei­lig­ten mög­li­chen Gläu­bi­gers der Brief­grund­schuld.

Nota­ri­el­le Beleh­rungs­pflich­ten bei der Grund­schuld­be­stel­lung

Soll ein in das Grund­buch neu ein­zu­tra­gen­des Recht den Vor­rang vor einem bereits ein­ge­tra­ge­nen Recht erhal­ten, rich­ten sich die Vor­aus­set­zun­gen für einen sol­chen Rang­rück­tritt nach § 880 BGB. Hier­für sind bei Grund­pfand­rech­ten die Eini­gung des zurück­tre­ten­den und des vor­tre­ten­den Berech­tig­ten, die Zustim­mung des Eigen­tü­mers und die Ein­tra­gung der Ände­rung in das Grund­buch erfor­der­lich.

Ein gut­gläu­bi­ger Erwerb des Rang­vor­rechts einer Buch­grund­schuld vor einer im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Brief­grund­schuld ist bei feh­len­der Eini­gungs­er­klä­rung des zurück­tre­ten­den Berech­tig­ten, der sei­ne Berech­ti­gung nach § 1155 BGB auf eine zusam­men­hän­gen­de, auf einen ein­ge­tra­ge­nen Gläu­bi­ger zurück­füh­ren­de Rei­he von öffent­lich beglau­big­ten Abtre­tungs­er­klä­run­gen stüt­zen kann, nach § 892 BGB aus­ge­schlos­sen, wenn der als Inha­ber des ver­brief­ten Rechts im Grund­buch Ein­ge­tra­ge­ne nicht im Besitz des Brie­fes ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Okto­ber 2009 – III ZR 250/​08