Nut­zer­wech­sel­ge­bühr

Nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hof kann ein Ver­mie­ter von einem Mie­ter, der vor Ablauf der Abrech­nungs­pe­ri­ode aus­zieht, für die Zwi­schen­ab­rech­nung ver­brauchs­ab­hän­gi­ger Betriebs­kos­ten kei­ne „Nut­zer­wech­sel­ge­bühr“ ver­lan­gen.

Nut­zer­wech­sel­ge­bühr

Dem heu­te ver­kün­de­ten Urteil liegt im Wesent­li­chen fol­gen­der Sach­ver­halt zugrun­de: Die Beklag­te war bis zum 31. Juli 2003 Mie­te­rin einer Woh­nung der Klä­ge­rin. Mit der Betriebs­kos­ten­ab­rech­nung vom 19. Mai 2004 ver­lang­te die Klä­ge­rin unter ande­rem Erstat­tung einer „Nut­zer­wech­sel­ge­bühr“ in Höhe von 30,74 €, die ihr selbst von dem Abrech­nungs­un­ter­neh­men in Rech­nung gestellt wor­den war.

Das Amts­ge­richt hat die Beklag­te zur Zah­lung die­ses Betrags ver­ur­teilt. Auf die vom Amts­ge­richt zuge­las­se­ne Beru­fung der Beklag­ten hat das Land­ge­richt die Kla­ge inso­weit abge­wie­sen.

Die vom Beru­fungs­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te kei­nen Erfolg. Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, dass es sich bei den Kos­ten des Nut­zer­wech­sels nicht um umla­ge­fä­hi­ge Betriebs­kos­ten, son­dern um – nicht umla­ge­fä­hi­ge – Kos­ten der Ver­wal­tung han­delt. Nach dem Gesetz sind unter Betriebs­kos­ten nur sol­che Kos­ten zu ver­ste­hen, die dem Ver­mie­ter durch das Eigen­tum an dem Grund­stück oder durch den bestim­mungs­ge­mä­ßen Gebrauch des Gebäu­des lau­fend ent­ste­hen (§ 556 Abs. 1 Satz 2 BGB). Die „Nut­zer­wech­sel­ge­bühr“ fällt in einem Miet­ver­hält­nis aber nicht in wie­der­keh­ren­den, peri­odi­schen Zeit­räu­men an, son­dern ledig­lich ein­mal, näm­lich im Zusam­men­hang mit dem Aus­zug des Mie­ters. Damit hat der Ver­mie­ter die Kos­ten des Nut­zer­wech­sels zu tra­gen, sofern die Par­tei­en kei­ne ander­wei­ti­ge ver­trag­li­che Rege­lung getrof­fen haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Novem­ber 2007 – VIII ZR 19/​07